Containerumschlag schwächelt leicht / Bilanz der bremischen Häfen insgesamt zufriedenstellend Mit der Autoverladung läuft es perfekt

Trotz eines leichten Rückgangs beim Containerumschlag sind die Verantwortlichen der bremischen Häfen zufrieden mit dem Ergebnis für das laufende Jahr. Beim Seegüterumschlag insgesamt wird in den bremischen Häfen ein Aufkommen von 78,4 Millionen Tonnen erwartet, was einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 0,4 Prozent entspricht. Ein erneutes Plus verzeichnet dagegen der Automobilumschlag.
16.12.2014, 00:00
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Mit der Autoverladung läuft es perfekt
Von Peter Hanuschke

Trotz eines leichten Rückgangs beim Containerumschlag sind die Verantwortlichen der bremischen Häfen zufrieden mit dem Ergebnis für das laufende Jahr. Beim Seegüterumschlag insgesamt wird in den bremischen Häfen ein Aufkommen von 78,4 Millionen Tonnen erwartet, was einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 0,4 Prozent entspricht. Ein erneutes Plus verzeichnet dagegen der Automobilumschlag.

In den bremischen Häfen wird in einigen Bereichen mit einem leichten Rückgang gerechnet, im Gegensatz dazu verzeichnet der Hamburger Hafen mit rund 142 Millionen Tonnen Güterumschlag ein Plus von knapp sieben Prozent zum Vorjahr. Dass dennoch

die Bilanz der bremischen Häfen insgesamt zufriedenstellend ausfällt beziehungsweise die Situation als stabil beschrieben wird, lässt sich gerade im Vergleich zum Hamburger Hafen einfach erklären, weil hinter Prozentangaben nicht immer die ganze Wahrheit steckt. Denn im Vergleich zum Hamburger Hafen hatten die bremischen Häfen bereits 2012 das hohe Umschlagniveau von vor Beginn der Weltwirtschafts- und Finanzkrise erreicht – Hamburg wird das voraussichtlich erst in diesem Jahr wieder schaffen.

Heiner Heseler, Staatsrat beim Bremer Senator für Wirtschaft und Häfen, geht davon aus, „dass es auch in Zukunft nicht häufig sein wird, dass neue Rekordzahlen verkündet werden.“ Die Bilanz falle stabil und solide aus, sagte Heseler gestern bei der Landespressekonferenz „Hafenbilanz 2014“. Der geringe Rückgang beim Gesamtumschlag sei angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen und der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in vielen Teilen der Welt zu erwarten gewesen. „Unsere Zwillingshäfen bieten der Kundschaft weiterhin ein hervorragendes und konkurrenzfähiges Angebot. Um dies zu belegen, brauchen wir nicht jedes Jahr neue Rekordzahlen.“

Die bremischen Häfen erwarten fürs laufende Jahr – die Prognose des Häfenressorts basiert auf den Umschlagszahlen der ersten neun Monate – einen Seegüterumschlag von 78,4 Millionen Tonnen. Damit wird die vorhergesagte Umschlagleistung das Ergebnis des Vorjahres (78,7 Millionen Tonnen) mit minus 0,4 Prozent verfehlen. Beim Containerumschlag wird für 2014 auf der Basis von Standardcontainern (TEU) für Bremerhaven mit einem Umschlag von 5,8 Millionen TEU gerechnet, was einem Rückgang von 1,1 Prozent entspricht. Begründet wird das Minus mit Veränderungen innerhalb der Liniendienste und mit Umschlagrückgängen von großen auf kleinere Schiffe, dem sogenannten Transshipment. Der konventionelle Stückgutumschlag mit einem Minus von 6,9 Prozent auf 8,2 Millionen Tonnen „stand im Zeichen einer schwachen Entwicklung“, so Heseler.

Zum Rückgang beim Containerumschlag sagte Frank Dreeke, Vorstandsvorsitzender BLG-Logistics Group, die über Eurogate unter anderem in Bremerhaven und Hamburg aktiv ist, dass die Bewegung „kaum nennenswert“ sei. Solche Verschiebungen unter den Häfen gebe es immer wieder, das nächste Mal eventuell in die andere Richtung. 2014 sei für die BLG Logistics Group – Mehrheitseigner ist mit 50,4 Prozent Bremen – „ein vernünftiges Jahr gewesen“, so Frank Dreeke. Insgesamt hat die Unternehmensgruppe national und international 15 Millionen TEU umgeschlagen – ein Wachstum von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In der Automobillogistik will die BLG in diesem Jahr sogar das Volumen von 7,75 Millionen Fahrzeugen übertreffen. „Vielleicht knacken wir knapp die Acht-Millionen-Grenze“, so Dreeke. Bremerhaven als größter Standort im Automobilnetzwerk der BLG wird rund 2,3 Millionen Fahrzeuge in diesem Jahr umschlagen – 120 000 mehr als im Vorjahr. „Mit unserem operativen Vorsteuerergebnis werden wir in diesem Jahr etwa 37 Millionen Euro erzielen“, beschrieb er das BLG-Jahr in Zahlen. „Unsere Umsatzerlöse werden voraussichtlich leicht über dem Vorjahresniveau in Höhe von knapp 1,2 Milliarden Euro liegen.“ Für 2015 rechnet Dreeke mit einer Fortsetzung des Wachstumskurses. „Die meisten Chancen sehen wir im Geschäftsbereich Kontraktlogistik.“

Was den Ausbau der Infrastruktur angeht, ist Robert Howe, Geschäftsführer der bremischen Hafengesellschaft Bremenports, optimistisch: „Wir werden unter anderem im Kaiserhafen in Bremerhaven im nächsten Jahr zwölf von 16 Gleisen auf bis zu 750 Metern verlängert haben, um mehr Platz für Güterzüge zu schaffen.“

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