Frankfurt/Main. Der Hilfsfonds der Deutschen Bank für den von der Krise gebeutelten Mittelstand ist Ende März gestartet. Bei der Suche nach weiteren Geldgebern wurde Deutschlands größte Bank allerdings noch nicht fündig.
«Wir haben schon mit einer Handvoll potenzieller Investoren gesprochen und gehen davon aus, dass wir in den nächsten Monaten weitere Partner an Bord nehmen können», sagte Deutsche-Bank-Manager Cornel Wisskirchen der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt.
Mittelständler können nun Anträge auf Gelder aus dem Fonds stellen, dessen Rahmen die Deutsche Bank Anfang Februar bekanntgemacht hatte. «Es gibt bereits reges Interesse, es gehen etwa fünf Anfragen pro Tag ein - quer durch alle Branchen», sagte Wisskirchen, der bei dem Dax-Konzern Mitglied der Geschäftsleitung Firmenkunden Deutschland ist.
Die Bank stattete den Fonds zunächst mit 300 Millionen Euro aus. Angepeilt sind 500 Millionen Euro. Unter anderen der Autokonzern Daimler hatte eine mögliche Beteiligung angedeutet.
Mittelständler können zwischen zwei Millionen und zehn Millionen Euro erhalten. Das Geld soll das Eigenkapital stärken und die Chancen der Firmen auf gewöhnliche Kredite verbessern. Das Eigenkapital wird in Form von Genussrechten vergeben. Genussrechte sind eine Form von Schuldverschreibung, die den Emittenten beispielsweise am Gewinn beteiligen, aber keine Mitspracherechte gewähren.
«Es war nicht unser Ziel, ein subventioniertes Produkt an den Markt zu bringen, sondern eine Lücke zu schließen», betonte Wisskirchen. Der Fonds richtet sich an Unternehmen mit bis zu 100 Millionen Euro Jahresumsatz, für die es kein Förderangebot gebe. Auch reguläre Kredite seien nach wie vor zu haben, sagte Wisskirchen: «Kredit ist teurer als vor der Krise, aber Kredit ist nach wie vor da - eine Kreditklemme sehen wir derzeit nicht.»
Kurz nach der Deutsche-Bank-Initiative hatten die Sparkassen und Landesbanken mitgeteilt, sie stellten dem Mittelstand in diesem Jahr 550 Millionen Euro zur Stärkung des Eigenkapitals bereit. «Eine Zersplitterung der Angebote sehe ich nicht», sagte Wisskirchen. «Ich glaube nicht, dass die Lösung in einem Geleitzug besteht, in dem sich alle Finanzunternehmen zusammentun und mit einem gemeinsamen Angebot den Mittelstand retten - dafür sind die Anforderungen des Mittelstands zu unterschiedlich.»
Gespräch: Jörn Bender, dpa (dpa)
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