Bremen

Nach der Familienzeit zurück ins Berufsleben

Bremen. Viele Frauen haben es schwer, wenn sie nach einer längeren Familienzeit wieder zurück in den Beruf wollen. In Bremen beginnt deswegen erstmalig das Programm „Frauen starten durch“.
20.04.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Katja Nonnenkamp

Viele Frauen haben es schwer, wenn sie nach einer längeren Familienzeit wieder zurück in den Beruf wollen. In Bremen beginnt deswegen erstmalig das Programm „Frauen starten durch“. Es ist eine Maßnahme der Arbeitsagentur und des Jobcenters Bremen in Kooperation mit dem Arbeitsmarktdienstleister Mikro Partner Service. Der Workshop hat vergangene Woche begonnen, ein Einstieg ist noch möglich.

Trotz Emanzipation und modernen Zeiten ist es häufiger der Fall, dass sich Frauen eine Auszeit vom Beruf nehmen, beispielsweise wenn Kinder geboren oder Angehörige gepflegt werden. Der Workshop „Frauen starten durch“ richtet sich an Frauen, die aus diesen Gründen längere Zeit nicht im Berufsleben standen und nun wieder einen passenden Job suchen.

„Wir sind hier der Kooperationspartner der Bundesagentur und des Jobcenters“, sagt Madjid Chabane, Regionalleiter von Mikro Partner. Der Jobvermittler mit Standorten in ganz Deutschland bietet nicht nur Workshops für den Arbeitseinstieg, sondern auch Einzel-Coachings, Qualifizierungsmaßnahmen und Personaldienstleistungen an.

Frauen, die in keinem Arbeitsverhältnis stehen, gelten auf dem Arbeitsmarkt als sogenannte stille Reserve. „Und genau diese gilt es zu aktivieren“, sagt Christian Peter. Der Sozialpädagoge ist Projektleiter und leitet zusammen mit seiner Kollegin Gudrun Meier den Workshop. „Wir konzentrieren uns im Workshop auf drei Phasen: den Start, den Run und die Vermittlung.“ Zu Beginn sollen die Frauen sich durch eine Standortbestimmung, auch Profiling genannt, beruflich orientieren. „Wir versuchen hier gezielt auf die Stärken der Frauen einzugehen und ihnen Selbstbewusstsein zu geben, denn genau dieses fehlt den meisten Arbeitssuchenden“, sagt Peter.

Meier sieht ebenfalls im mangelnden Selbstbewusstsein Handlungsbedarf: „Wer eine Familie versorgt, muss gut organisieren können und bringt viele soziale Kompetenzen mit, das muss man den Bewerberinnen erst mal klarmachen und ihnen einen neuen Blickwinkel auf sich selbst bieten.“ In der Run-Phase gibt es verschiedene Module. Es werden Bewerbungsstrategien besprochen, Bewerbungsunterlagen erstellt oder EDV-Kompetenzen verbessert.

„Wichtig ist uns, dass dieser Workshop keinen Maßnahmencharakter hat und wir keinen klassischen Frontalunterricht anbieten“, erklärt Peter. Die Frauen sollen sich als Gruppe begreifen und sich gezielt gegenseitig unterstützen. „Diese Gruppen-Coaching-Effekte sind sehr wertvoll“, sagt Peter. In der Vermittlungsphase helfen die Workshopleiter den Frauen gezielt im Bewerbungsprozess und stellen Kontakte zu interessierten Firmen her. „Sollte es nötig sein für den Wunschjob, eine Weiterbildung oder Qualifizierung zu durchlaufen, dann können wir dies, in Absprache mit den Ämtern, ebenso anbieten“, sagt Regionalleiter Chabane.

Weitere Informationen zum Workshop „Frauen starten durch“ gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit Bremen und Bremerhaven oder dem Jobcenter Bremen unter der Maßnahmennummer 214 / 130 / 15 oder 214 / 128 / 15.

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