Nachhaltig leben in vernetzten Quartieren

In der Serie „Zuhause in Bremen“ des WESER-KURIER mit Stadtteilportraits zum gesellschaftlichen und sozialen Leben, Besonderheiten und Wissens-­wertem wurde eindrucksvoll über Bremens Vielfalt berichtet. Wie ist aber die Entwicklung der Bremer Stadtteile in ihrer Gesamtheit zu betrachten, ist diese Entwicklung smart und agil?In der Stadtgemeinde Bremen leben gegenwärtig rund 552 000 Menschen, die sich auf 23 Stadtteile in fünf Stadtbezirken verteilen. Innerhalb der Stadt unterscheiden sich die Stadtteile nicht nur in ihrer Dichte, sondern auch in ihrer sozialgeografischen Funktion.
27.02.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Jan Wedemeier

In der Serie „Zuhause in Bremen“ des WESER-KURIER mit Stadtteilportraits zum gesellschaftlichen und sozialen Leben, Besonderheiten und Wissens-­wertem wurde eindrucksvoll über Bremens Vielfalt berichtet. Wie ist aber die Entwicklung der Bremer Stadtteile in ihrer Gesamtheit zu betrachten, ist diese Entwicklung smart und agil?

In der Stadtgemeinde Bremen leben gegenwärtig rund 552 000 Menschen, die sich auf 23 Stadtteile in fünf Stadtbezirken verteilen. Innerhalb der Stadt unterscheiden sich die Stadtteile nicht nur in ihrer Dichte, sondern auch in ihrer sozialgeografischen Funktion. Es gibt beispiels-­weise Stadtteile mit ehemals hoher Industriedichte und klassischen Arbeiterwohnungen (Walle), mit Bürgertum (Schwachhausen) oder ländlich-geprägte Stadtteile (Seehausen). Die Lebensbedingungen, die stark von den demografischen und sozioökonomischen Gegebenheiten geprägt werden, variieren zwischen den Stadtteilen deutlich. Während es einzelne Viertel geschafft haben, sich trotz einer ungünstigen Ausgangssituation zu einem beliebten und wachsenden Stadtteil zu entwickeln, gelingt dieses anderen nicht.

Zur städtischen Entwicklung kann die Entwicklung zur Smart City hilfreich sein. Kern dieses ganzheitlichen Stadtentwicklungsmodells ist es, technologiebasierte Veränderungen und Innovationen in städtischen Räumen zu gestalten, um auf die strukturellen, ökologischen, gesellschaftlichen und (exogenen) globalen Herausforderungen Antworten zu finden. Die Digitalisierung und Vernetzung vielfältiger Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft zeigen dabei neue Wege auf, wie Städte lebenswerter und ressourcen-effizienter organisiert werden können. Beispiele gibt es viele: vernetzte Verkehrssysteme, smarte Stromzähler oder E-Governement. Es gibt hierfür seitens der EU Förderprogramme, um die Entwicklung zu begleiten. Flankieren lassen sich die Maßnahmen beispielsweise mit dem Bundesprogramm „Soziale Stadt“, das in Bremen intensiv genutzt wird. Die Smart City ist in dem Kontext eher ein Prozess, in dem planerische Konzepte mit modernen Technologien verbunden werden.

Daneben bedarf es eines intelligenten Monitorings, um die Entwicklung der heterogenen Stadtteile abbilden zu können. Durch solch ein Monitoring können die Ströme für die sozioökono-­mische Entwicklung erfasst, Tendenzen frühzeitig sichtbar gemacht und Handlungsfelder, auf denen Stadtteile smart organisiert sein könnten, aufgezeigt werden. Hierdurch erst könnte Bremens Stadtteilentwicklung „smart“ und „agil“ gestaltet werden, um in einem dynamisch globalen Wettbewerbsumfeld bestehen zu können.

Zur Person

Unsere Gastautor ist am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) Bremen tätig. Er ist Geschäftsführer des HWWI-Förderkreises zur Unterstützung der Erforschung der regionalen Wirtschaft und lehrt an der Hochschule Bremen.
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