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Neue Bundesregierung soll Offshore-Unternehmen helfen

Bremerhaven/Berlin. Der Ausbau der Windenergie auf dem Meer geht in Deutschland zügig voran. Im ersten Halbjahr kamen weitere 108 Windkraftwerke mit einer Leistung von 626 Megawatt neu ans Stromnetz, teilten mehrere Branchenverbände am Donnerstag in Berlin mit.
21.07.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Eckart Gienke und Peter Hanuschke

Bremerhaven/Berlin. Der Ausbau der Windenergie auf dem Meer geht in Deutschland zügig voran. Im ersten Halbjahr kamen weitere 108 Windkraftwerke mit einer Leistung von 626 Megawatt neu ans Stromnetz, teilten mehrere Branchenverbände am Donnerstag in Berlin mit. Das entspricht ungefähr der halben Leistung eines großen Kohle- oder Atomkraftwerks. Zwei neue Offshore-Parks wurden planmäßig fertig. Außerdem fordern die Verbände eine Anhebung der Ausbauziele, denn künftig würde offshore erzeugter Strom wesentlich günstiger erzeugt werden können. Einen Beitrag dazu könnte auch das Bremer Institut für Produktion und Logistik (Biba) leisten: Instandhaltungskosten für Windenergieanlagen im Meer lassen sich um bis zu zehn Prozent senken.

Damit liefern nun insgesamt 1055 Anlagen mit einer Leistung von 4749 Megawatt Strom von der Nord- und Ostsee. Das entspricht ungefähr vier konventionellen Großkraftwerken. Sie produzierten allein in den ersten sechs Monaten 8480 Gigawattstunden Strom – das sind bereits rund 70 Prozent der gesamten Offshore-Produktion des Vorjahres.

Für die deutschen Verbraucher ist das eine zweischneidige Nachricht. Denn zurzeit ist der Strom aus Offshore-Windkraftwerken noch sehr teuer und muss von den Kunden über die Stromrechnung mitfinanziert werden. Offshore-Windparks, die in diesem Jahr ans Netz gehen, erhalten 15,4 Cent (für zwölf Jahre) oder 19,4 Cent (für acht Jahre) Einspeisevergütung je Kilowattstunde. Das ist mehr als der Marktpreis. Verbraucher müssen im Gegenzug pro Kilowattstunde eine Ökostrom-Umlage von 6,88 Cent zahlen.

Doch in Zukunft dürfte die Energie von den Küsten billiger werden. In einer Ausschreibung erhielten im Frühjahr bereits Windparks einen Zuschlag, die ab Mitte der 2020er-Jahre ohne öffentliche Förderung auskommen sollen und sich allein über den Markt finanzieren.

Vor diesem Hintergrund fordert die Windkraftbranche, die Ausbauziele für die Windenergie auf See wieder heraufzusetzen. „Die derzeitigen Ausbauziele der Bundesregierung, die in den 2020er-Jahren einen jährlichen Zubau zwischen 500 und 840 Megawatt vorsehen, bremsen die Entwicklung der Offshore-Windindustrie am Standort Deutschland“, heißt es in der Mitteilung.

Die Regierung hatte die Ausbauziele 2014 im Rahmen des novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wegen der zunächst hohen Kosten von 25 auf 15 Gigawatt (GW) bis zum Jahr 2030 herabgesetzt. Nun will die Branche 20 GW bis 2030 und 30 GW bis 2035 durchsetzen. Das wäre mehr als das Sechsfache der heute installierten Leistung.

Die Ausschreibungsergebnisse unterstreichen nachdrücklich die Innovationskraft und Kostensenkungspotenziale der Offshore-Windindustrie, betonen die Branchenverbände. Neue zuverlässige und leistungsstärkere Anlagen mit größerem Rotordurchmesser, insgesamt größere Windparkprojekte, Innovationen bei Gründungsstrukturen, bessere Betriebs- und Wartungskonzepte sowie günstigere Finanzierungskonditionen hätten zu einer deutlichen Senkung der Stromgestehungskosten geführt.

Durch diesen Paradigmenwechsel ergeben sich für die nächste Bundesregierung Chancen, die energiewirtschaftlichen und industriepolitischen Potenziale der Windenergie auf See durch eine Anhebung der Ausbauziele zu nutzen. Mit der Begrenzung des Zubaus von Offshore-Windenergie im EEG 2014 von zuvor 25 GW auf jetzt 15 GW bis 2030 sollten vor allem die Kosten der Energiewende gedämpft werden.

Dass es beim Bau und der späteren Wartung bei Offshore-Anlagen weitere Einsparmöglichkeiten gibt, daran arbeitet auch das Biba – das Bremer Institut für Produktion und Logistik an der Uni Bremen. „Die Instandhaltung ist ein entscheidender Kostenfaktor in der Betriebsphase einer Windenergieanlage“, so Biba-Projektleiter Stephan Oelker. Nach Schätzungen des Bundesverbandes Windenergie würden Service und Wartung bis zu 25 Prozent der Kosten von Windparks ausmachen. Oelker sieht da ein Einsparpotenzial von bis zu zehn Prozent: Über eine sogenannte preagierende Instandhaltung mit dem Einsatz neuer Methoden und Werkzeuge ließen sich die Anlagen künftig auch dynamisch warten. Das führe zu geringeren Logistik- und Materialkosten und einer besseren Planbarkeit des Einsatzes von Personal und Transportmitteln sowie der Lagerhaltung für Ersatzteile. Das belegten Studien der Projektpartner wie dem Anlagenhersteller Senvion.

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