Lernmesse Bremen

Neue Formate der Weiterbildung braucht das Land

Lebenslanges Lernen gilt für rund 70 Prozent der Arbeitnehmer inzwischen als wichtiges Element, die eigene Beschäftigungsfähigkeit zu sichern. Die Beteiligung an Weiterbildungsmaßnahmen ist dagegen vergleichsweise gering.
19.01.2019, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von GEM

Lebenslanges Lernen gilt für rund 70 Prozent der Arbeitnehmer inzwischen als wichtiges Element, die eigene Beschäftigungsfähigkeit zu sichern. Die Beteiligung an Weiterbildungsmaßnahmen ist dagegen vergleichsweise gering. Laut Trendmonitoring 2018 sind von den befragten Unternehmen nahezu alle (98 Prozent) überzeugt, dass Weiterbildung der Mitarbeiter für den zukünftigen Erfolg der Firma essenziell ist. Aber von den befragten Betrieben setzt nur ein Drittel eine Weiterbildungsstrategie konsequent um. Dabei beklagen Unternehmen generell einen Mangel an qualifizierten Bewerbern.

Wo liegen die Gründe für ein derart widersprüchliches Verhalten? Für die eher geringe Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen hat der Verbund arbeitsmarktpolitischer Dienstleister in Bremen e.V. (VaDiB) drei Gründe ausgemacht:

1. Unklare Finanzierung. Alle profitieren von besser qualifizierten Mitarbeitern. Beschäftigten ermöglicht Fortbildung ein höheres Einkommen. Auch sinkt deren Risiko, arbeitslos zu werden. Unternehmen profitieren vom besseren Wissen ihrer Belegschaft. Und der Gesellschaft insgesamt kommen höhere Produktivität und geringere Arbeitslosigkeit zugute. Schwierig ist es jedoch, den Nutzen von Weiterbildung – und damit deren Finanzierung – den Profiteuren anteilig zuzuordnen. Hier könnte das zum
1. Januar dieses Jahres in Kraft getretene Qualifizierungschancengesetz hilfreich sein.

2. Mangelndes Wissen. Beschäftigte wie Unternehmen können nur schwer beurteilen, welche Weiterbildungsangebote den größten Nutzen bringen. Lediglich die Hälfte der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter hat einen guten Überblick über ihre Möglichkeiten zur Fortbildung. Auch das Wissen über den Qualifikationsbedarf der Beschäftigten ist bei Firmen in Deutschland relativ gering.

3. Fehlerhafte Einschätzung. Beschäftigte wie Unternehmen neigen dazu, den künftigen Nutzen und damit die Notwendigkeit von Weiterbildung zu gering zu schätzen. Mitarbeiter halten übermäßig am Status quo ihrer Qualifikation fest und Unternehmen sehen oft nur den Kostenfaktor für Weiterbildungsmaßnahmen.

Was ist zu tun? Der Weiterbildungsmarkt ist noch relativ traditionell orientiert. Er ist einer der Bereiche, in denen die Digitalisierung zwar im Aufwind, aber dennoch in einem relativ frühen Stadium ist. Für Weiterbildungsanbieter – Unternehmen wie Hochschulen – bedeutet dies, dass sie die Gelegenheit nutzen sollten, den Wandel zu gestalten und mit neuen Formaten auf den Markt zu kommen.

VaDiB sieht sich in der Verantwortung, die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten an den aktuellen Bedürfnissen der Beschäftigten und Unternehmen auszurichten, entsprechend weiterzuentwickeln und gegebenenfalls auszuweiten. Der Bremer Verbund sucht den Dialog mit Arbeitnehmern und Unternehmen. Für Anregungen und Bedarfsmeldungen ist VaDiB stets dankbar.


Ansprechpartner und weitere Infos im Internet unter www.vadib.de.

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