Bremerhaven Neue Zentrale für Restaurantkette Nordsee

Bremerhaven. Die Restaurantkette Nordsee bleibt in Bremerhaven: Mit einem Neubau direkt am Fischereihafen hat sich das Unternehmen entschieden, weiterhin mit der Verwaltung an seinem Heimatort zu arbeiten. 150 Angestellte werden ab 2016 in dem fünf Millionen Euro teuren Gebäude arbeiten.
15.01.2015, 00:00
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Von Frank Miener

Die Restaurantkette Nordsee bleibt in Bremerhaven: Mit einem Neubau direkt am Fischereihafen hat sich das Unternehmen entschieden, weiterhin mit der Verwaltung an seinem Heimatort zu arbeiten. 150 Angestellte werden ab 2016 in dem fünf Millionen Euro teuren Gebäude arbeiten.

„Es standen verschiedene Alternativen zur Verfügung“, sagt Nordsee-Geschäftsführerin Hiltrud Seggewiß. Darunter war auch die Option, die Seestadt nach 118 Jahren zu verlassen und sich an einem anderen Standort niederzulassen. Am Ende sei man aber der Tradition und den Wurzeln verhaftet geblieben, sagt sie. Norddeutschland, See, Fisch und Häfen lägen eben in den Genen des Unternehmens.

Da das aus dem Jahr 1934 stammende bisherige Verwaltungsgebäude an der Klußmannstraße in Geestemünde weder energetisch noch zu den modernen Arbeitsabläufen passe, habe man sich zu dem Neubau entschlossen. Dass man dann näher an den Fischereihafen und den dortigen touristischen Bereich heranrücke, sei fast selbstverständlich.

„Für uns ist das ein guter Tag“, sagen daher auch Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) und die Geschäftsführerin der Fischereihafen-Betriebsgesellschaft, Petra Neykov. Zwar habe man das entsprechende Grundstück im Gegensatz zu den meisten anderen Ansiedlungen an die Nordsee verkauft – das war eine Bedingung des Unternehmens –, aber dadurch werde das Gebiet ja dennoch aufgewertet. „Am Ende ist für uns entscheidend, das Areal zu beleben und auch den Tourismus dort zu fördern“, sagt Neykov.

Der Neubau wird fünf Millionen Euro kosten und auf drei Etagen 3500 Quadratmeter Fläche bieten. „Dort können wir alle großen Abteilungen der Verwaltung unterbringen“, sagt Seggewiß. Vertrieb, Marketing und Franchise-Abteilung bleiben zwar in Düsseldorf, weil sie dort strategisch günstiger liegen. Aber alle anderen Bereiche blieben der Seestadt so erhalten. Das Geld stammt dabei direkt von der durch die Müller-Milch bekannten Unternehmensgruppe Theo Müller, Eigentümer der Nordsee, und nicht von einem Finanzinvestor, wie Seggewiß und Grantz betonen. „Dass hier die Eigentümer selbst Geld in die Hand nehmen, ist ein gutes Zeichen für die Nachhaltigkeit des Konzepts“, sagt Grantz. Das bedeute auch, dass die Umsiedlung für längerfristig geplant ist. Im kommenden Jahr feiert die Nordsee ihren 120. Geburtstag, und wenn es nach Seggewiß geht, dann soll das auch in 100 Jahren wieder in Bremerhaven gefeiert werden.

Die Voraussetzungen dafür sind für das Unternehmen derzeit gut, nachdem das Geschäft in früheren Jahren nicht immer positiv verlaufen ist. „Derzeit sind wir die Nummer drei in der Systemgastronomie in Deutschland“, sagt Seggewiß, deren Firma dieses Konzept einst eingeführt hat. 394 Filialen gibt es, knapp 110 als Franchise-Betrieb. Der Umsatzerlös beträgt nach Konzernangaben aus dem November vergangenen Jahres 350,6 Millionen Euro.

Meistens sind die Nordsee-Restaurants in Einkaufszentren und Innenstädten zu finden. „Wir setzen auf ein organisches und sukzessives Wachstum“, sagt die Chefin. Dabei prüfe man die neuen Standorte genau – in Innenstädten können schon wenige Meter über Erfolg oder Flop entscheiden. Knapp 6000 Beschäftigte zählt die Nordsee, 150 davon in der Bremerhavener Zentrale; ihnen stehen 19,1 Millionen Kunden gegenüber. „Das ist kein kleines Geschäft“, sagt Grantz. Die Bremerhavener seien stolz auf die Nordsee und sehen sie als ihr Unternehmen. Deshalb sei es gut und richtig, in der Stadt zu bleiben.

Für das ehemalige Gebäude prüft die FBG zudem die Weiternutzung, sofern die Substanz es hergibt: „Es wäre eine Möglichkeit, ein Gästehaus für Wissenschaftler dort einzurichten“, sagt Grantz. Das aber ginge natürlich erst nach dem Umzug des Fisch-Riesen zum April 2016.

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