Ausstattung für Superjacht

Neuer Auftrag für Bremerhavener Lloyd-Werft

Die Bremerhavener Lloyd-Werft hat von der „Monaco Yacht Show“ einen interessanten Auftrag mitgebracht. Ab April 2020 soll im Kaiserhafen die finale Ausstattung der „REV Ocean“ erfolgen.
03.10.2019, 21:52
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Eckardt
Neuer Auftrag für Bremerhavener Lloyd-Werft

Die Bremerhavener Lloyd-Werft hat auf der „Monaco Yacht Show“ ihr Jachtkonzept mit dem Projektnamen Diva präsentiert.

Sebastien Nogier /dpa

Die Bremerhavener Lloyd-Werft hat auf der „Monaco Yacht Show“ nicht nur ihr Jachtkonzept mit dem Projektnamen Diva präsentiert, sondern auch noch einen interessanten Auftrag aus dem Fürstentum mitgebracht: Ab April 2020 soll im Kaiserhafen in Bremerhaven die finale Ausstattung der 183 Meter langen „REV Ocean“ erfolgen. Sie ist die weltweit größte Jacht.

Die von Espen Oeino entworfene Superjacht ist in erster Linie ein Forschungsschiff und soll zum Beispiel im Kampf gegen den Plastikmüll eingesetzt werden. An Bord des Schiffes finden bis zu 55 Wissenschaftler und 35 Besatzungsmitglieder Platz. Die Abkürzung REV im Namenszug steht dabei für Research Expedition Vessel, also Forschungsschiff. Der Bau der Jacht erfolgte auf Initiative des 60-jährigen norwegischen Milliardärs Kjell Inge Røkke. Er gehört der Giving Pledge-­Kampagne an, bei der die Unterzeichner sich dazu verpflichten, 50 Prozent ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Die Organisation will die Bereiche Wissenschaft, Wirtschaft und Politik verbinden und unterstützen. Mit der „REV Ocean“ soll das Meeresökosystem besser erforscht werden können. Wissenschaftler sollen unter anderem die Auswirkungen der CO₂-Emissionen auf den Ozean und Informationen zum Fischbestand sammeln, um Vorschläge für nachhaltigen Fischfang zu entwickeln.

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Ende August wurde der Stahlrumpf nach 18 Monaten Bauzeit in einer 30-tägigen Reise von der rumänischen Vard-Werft in Tulcea am Schwarzen Meer zur norwegischen Mutter-­Werft in Brattvaag geschleppt. Dort erfolgt in den nächsten Monaten die technische und wissenschaftliche Ausrüstung der Forschungsjacht. Zur Ausrüstung der „REV Ocean“ gehören wissenschaftliche Schleppnetze, Sonarsysteme, Labore und U-Boote. Damit sind Untersuchungen in einer Tiefe von bis zu 6000 Metern möglich. Die „REV Ocean“ soll auch als Müllsammel-Schiff eingesetzt werden. Dafür wird eine Müllabsauganlage installiert, um schwebende Mikro-Plastikteile oder ganze Müllteppiche von der Wasseroberfläche absaugen zu können.

Die „REV Ocean“ gilt nach ihrer Fertigstellung als das größte und fortschrittlichste Forschungs- und Expeditionsschiff der Welt. Allerdings wird sie auch nach den Standards einer Superjacht gebaut, da das Schiff auch an Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen verchartert werden soll. Die Einnahmen daraus sollen dann für Forschungszwecke verwendet werden. Røkke will außerdem die Kosten für das Wissenschaftlerteam und die Crewmitglieder an Bord übernehmen.

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