Anlagevorschläge per Internet Nichts für Anfänger

Bremen. Viele Verbraucher nutzen zum Beispiel Online-Zahlungsdienste, lassen sich ihren aktuellen Kontostand per App auf dem Smartphone anzeigen oder setzen dabei ihren Fingerabdruck ein. Der digitale Wandel erfasst die gesamte Finanzbranche und macht auch bei der Geldanlage nicht halt.
29.05.2017, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Thomas Mai

Bremen. Viele Verbraucher nutzen zum Beispiel Online-Zahlungsdienste, lassen sich ihren aktuellen Kontostand per App auf dem Smartphone anzeigen oder setzen dabei ihren Fingerabdruck ein. Der digitale Wandel erfasst die gesamte Finanzbranche und macht auch bei der Geldanlage nicht halt. Die sogenannten Robo-Advisor machen digitale Anlagevorschläge. Die Bezeichnung setzt sich aus den englischen Wörtern Robot (Roboter) und Advisor (Berater) zusammen. Meist sind es junge Unternehmen mit dem Ziel, traditionelle Bankgeschäfte zu digitalisieren und automatisieren. Geldanlage per Internet soll für Verbraucher einfacher, schneller und günstiger werden, so zumindest die Absicht.

Viele Robos sind durchaus eine Hilfe, wenn es um die Zusammenstellung eines Portfolios geht. Werden börsengehandelte Fonds wie ETFs eingesetzt, können die jährlichen Gesamtkosten recht günstig ausfallen. Doch kein Robo-Advisor bietet tatsächlich individuelle Beratung an. Sie sind teils als Vermögensverwalter, Vermittler oder nur als Tippgeber registriert. Keiner hat das gesamte persönliche finanzielle Umfeld des Verbrauchers im Blickfeld, um bedarfsgerecht zu beraten. Wer sein Konto und Depot sowieso im Internet verwaltet, kann gute Tipps oder Vorschläge im Bereich der Wertpapiere erhalten. Wie zum Beispiel eine gewisse Summe auf diverse Fonds oder Anlageklassen verteilt werden kann. Manche übernehmen anschließend auch die Verwaltung und selbstständige Anpassung des Depots von Zeit zu Zeit. Doch das ist nichts für Anfänger, wie auch die Stiftung Warentest Anfang des Jahres in einem ersten Test feststellte. Man sollte sich schon recht gut mit Fonds auskennen.

Zudem sind etliche Fragen am Bildschirm sorgfältig zu beantworten, damit das jeweilige Risikoprofil, die Anlagedauer und Anlageziele klar erfasst werden können. Der Test zeigt, dass man sich nicht blind auf die Vorschläge verlassen sollte und dass es darüber hinaus erhebliche Kostenunterschiede gibt. Fazit: Wer tatsächlich individuelle und unabhängige Beratung benötigt, verlässt sich besser noch auf eine persönliche Beratung von Mensch zu Mensch, statt auf die Maschine.

An dieser Stelle berichten Experten von der Verbraucherzentrale Bremen über Themen aus der Finanz- und Versicherungswelt.
Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+