Deutschlands junge Generation blickt zuversichtlich in die berufliche Zukunft „Ohne Flausen im Kopf“

Rebellierende Jugendliche mit Flausen im Kopf sind laut einer Studie passé: Die jungen Menschen von heute wollen vor allem im Beruf vorankommen. Dem Ausbildungsmarkt nützt das nicht – im Gegenteil.
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Von Teresa Fischer

Rebellierende Jugendliche mit Flausen im Kopf sind laut einer Studie passé: Die jungen Menschen von heute wollen vor allem im Beruf vorankommen. Dem Ausbildungsmarkt nützt das nicht – im Gegenteil.

Ehrgeizig, leistungsbereit und die Eltern als wichtigste Ratgeber: Was eher nach Streberei klingt, ist laut einer Studie das Gefühl der jungen Menschen in Deutschland. „Die heutige junge Generation ist der genaue Gegenpol zur Null-Bock-Generation“, sagte die Geschäftsführerin des Allensbach-Instituts, Renate Köcher. Die jungen Leute seien leistungsbereiter als noch vor etwa 20 Jahren. Sie wollten nach vorne und Chancen nutzen.

Erfolg und Spaß haben Priorität

63 Prozent der Jugendlichen und jungen

Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jah-

ren sind der Allensbach-Studie zufolge

der Meinung, dass sich Leistung im deutschen Wirtschaftssystem lohne. Das Insti-tut befragte im Auftrag der Imbisskette

McDonald‘s rund 3000 Mitglieder dieser

Altersgruppe.

Demnach will ein Großteil der jungen Leute einen erfolgversprechenden Beruf, der Zukunft hat und zugleich Spaß macht. Eher auf den hinteren Plätzen rangieren dagegen Aspekte wie wenig Stress oder viel Urlaub.

Sehr realistisch sei diese Generation und sehr angepasst, sagt der Jugendforscher Klaus Hurrelmann von der Hertie School of Governance: „Ohne Flausen im Kopf.“ Passend dazu sind die wichtigsten Ratgeber der jungen Menschen die Eltern. 83 Prozent der Schüler sprechen mit ihnen über ihre beruflichen Möglichkeiten. Das Elternhaus sei für die jungen Menschen eine sichere Basis, so Hurrelmann.

Der Studie zufolge wollen 51 Prozent aller Schüler nach der Schulzeit studieren – mit teils problematischen Folgen. Denn gleichzeitig verliert damit das duale System aus Schule und Berufsausbildung. Ursprünglich sollten an einer Hauptschule handwerklich Begabte ausgebildet werden – mittlerweile gilt diese Schulform vielen aber als „Resterampe“. Der Ansturm auf die höheren Schulen verändert die Situation auf dem Ausbildungsmarkt: Es fehlen Lehrlinge, obwohl es nicht an Bewerbern mangelt.

Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres Anfang September waren laut Bundesagentur für Arbeit bundesweit noch über 100000 Lehrstellen als unbesetzt gemeldet. Gleichzeitig waren etwa ebenso viele Jugendliche unversorgt. „Viele Lehrstellen erreichen junge Leute nicht“, erklärt Hurrelmann.

Doch längst nicht alle jungen Menschen sind so ehrgeizig: Gut jeder Fünfte glaubt, dass sich der soziale Status durch Leistung nicht verbessern lässt. Besonders pessimistisch schätzen junge Leute aus den unte-

ren gesellschaftlichen Schichten ihre Aufstiegschancen ein.

„Wir haben in Deutschland eine zu verfestigte Unterschicht“, sagt Köcher. Doch im Vergleich mit europäischen Krisenländern kann sich das Lebensgefühl der jungen Deutschen insgesamt sehen lassen: Laut Studie blicken 71 Prozent mit Optimismus in ihre

berufliche Zukunft.

Zusätzliche Auskünfte im Internet

auf der Seite des Allensbach-Instituts: http://dpaq.de/cEB0b

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