Banken Postbank dämpft trotz Gewinnsteigerung Erwartungen

Bonn . Die Postbank hat nach einem deutlich höheren Gewinn in den ersten sechs Monaten 2010 die Erwartungen für das zweite Halbjahr gedämpft. Für das Gesamtjahr rechnet Vorstandschef Stefan Jütte mit schwarzen Zahlen und geringeren Belastungen aus der Finanzkrise.
04.08.2010, 13:41
Lesedauer: 2 Min
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Bonn . Die Postbank hat nach einem deutlich höheren Gewinn in den ersten sechs Monaten 2010 die Erwartungen für das zweite Halbjahr gedämpft. Für das Gesamtjahr rechnet Vorstandschef Stefan Jütte mit schwarzen Zahlen und geringeren Belastungen aus der Finanzkrise.

Die Postbank habe sich spürbar von den Verlusten des Vorjahres erholen können, erklärte Jütte am Mittwoch bei der Vorlage der Halbjahresbilanz in Bonn. «Allerdings gehen wir nach derzeitiger vorsichtiger Einschätzung nicht davon aus, dass sich das Ergebnisniveau des ersten Halbjahres auch im zweiten Halbjahr fortschreiben lässt.» Er verwies auf die anhaltenden Unsicherheiten an den internationalen Kapital- und Immobilienmärkten.

Die Deutsche Bank will die an der Börse im M-Dax notierte Postbank spätestens 2012 übernehmen und hält derzeit knapp 30 Prozent. Das Bonner Institut mit rund 14 Millionen Kunden war früher eine 100- Prozent-Tochter der Deutschen Post, deren große Filialen sie übernommen hat.

Im ersten Halbjahr belief sich die Eigenkapitalrendite nach Steuern auf 5,6 Prozent, vor Steuern auf 8,3 Prozent. Finanzvorstand Marc Hess betonte, geplant sei nach wie vor eine Steigerung. Jütte nannte kein neues Renditeziel. Bislang war die Postbank im Jahr 2012 von 13 Prozent operativer Eigenkapitalrendite nach Steuern ausgegangen.

Im laufenden Jahr rechnet die Postbank mit einem leichten Plus beim Zinsüberschuss. Im zweiten Quartal stieg er um knapp 100 Millionen Euro auf 671 Millionen Euro. Das angestoßene Sparprogramm läuft weiter, wegen der Übernahme von 277 Postfilialen rechnet das Bonner Institut mit zusätzlichen Kosten von 60 bis 70 Millionen Euro in diesem Jahr.

Im zweiten Quartal konnte die Postbank dank höherer Erträge aus dem Privatkundengeschäft und niedrigerer Belastungen im Eigenhandel den Gewinn steigern. Vor Steuern belief sich der Gewinn auf 94 Millionen Euro nach einem Verlust von 29 Millionen Euro im Vorjahr. Unterm Strich stand ein Überschuss von 57 Millionen Euro nach 15 Millionen Euro im Vorjahr für das zweite Quartal und von 153 Millionen Euro im ersten Halbjahr (Vorjahr: 113 Mio Euro).

Die Kernkapitalquote der Postbank lag Ende Juni wie im März bei 7,3 Prozent. 2011 soll die Kernkapitalquote dank Neubewertungen von Risikopositionen deutlich steigen. Bis Ende 2012 will die Postbank ihren Aktionären keine Dividende zahlen, sondern Gewinne einbehalten und so auf eine Kernkapitalquote von rund 9,5 Prozent kommen. Den europäischen Banken-Stresstest hatte das Bonner Institut nur knapp bestanden. Mit einer Kernkapitalquote von 6,6 Prozent lag die Quote nur 0,6 Prozentpunkte über dem Mindestwert. (dpa)

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