Made in Bremen: Unter dem Label Komodo Coffee vertreibt Andreas Elfert Premium-Kaffee aus Indonesien Quereinstieg in den Traumberuf

Qualität, direkter Handel, ökologischer Anbau, schonende Röstung – für Andreas Elfert ist klar, was Premium-Kaffee ausmacht. Und der Kunde soll schmecken, woher er kommt. Dabei setzt Elfert auf Kaffee aus Indonesien, den er unter dem Label Komodo Coffee verkauft.
25.01.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Quereinstieg in den Traumberuf
Von Jörn Hüttmann

Qualität, direkter Handel, ökologischer Anbau, schonende Röstung – für Andreas Elfert ist klar, was Premium-Kaffee ausmacht. Und der Kunde soll schmecken, woher er kommt. Dabei setzt Elfert auf Kaffee aus Indonesien, den er unter dem Label Komodo Coffee verkauft.

Andreas Elfert hat alles auf eine Karte gesetzt und Anfang des Jahres seine Leidenschaft zum Beruf gemacht: Er verkauft Kaffee. Nicht irgendeinen Kaffee, sondern Premium-Kaffee. „Von dem man nicht wieder weg will, wenn man ihn einmal probiert hat.“

Die Idee hinter Komodo Coffee ist einfach. „Die Kaffeequalität ist in Deutschland leider immer schlechter geworden“, sagt Elfert. Die großen Röstereien, die ihre Produkte in den Discountern vertrieben, seien darauf bedacht, dass der Kaffee immer gleich schmecke. In Kombination mit der Massenproduktion gehe das häufig zulasten der Qualität. „Aber zum Glück kommen auch in Deutschland die Kleinröster wieder weiter nach vorne.“ Aktuell beläuft sich der Marktanteil von Kleinröstern nach Angaben des deutschen Kaffeeverbandes auf circa drei bis vier Prozent. Deutschland hinke im internationalen Vergleich zwar noch deutlich zurück, erklärt Elfert. „Aber der Markt wächst.“ Davon will auch er mit seinem Label Komodo Coffee profitieren.

Natürlich, sagt Elfert, seien die Kunden vom Preis erst einmal abgeschreckt. „Unser Kaffee kostet zwölf Euro das Pfund.“ Ein stolzer Preis im Vergleich zum Supermarktkaffee. „Es ist nicht so, dass die Leute nur darauf gewartet haben, dass wir kommen.“ Trotzdem gebe es immer mehr Menschen, die sich für Kaffee interessierten. „Die informieren sich immer mehr und gewinnen Spaß an der Sache“, sagt Elfert. „Und dann sagen sie irgendwann: lieber Klasse statt Masse.“

Elfert weiß, wovon er spricht. Er hat diesen Prozess selbst durchlebt. Irgendwann hat er angefangen, sich durch unterschiedliche Kaffeesorten zu probieren. Kaffee-

seminare folgten. Das ist schon Jahre her. Da war Elfert noch bei den Pfadfindern. Aber auch das war so ein Quereinstieg, eine Leidenschaft, die zum Beruf wurde. „Ich bin als Pfadfinder aufgewachsen, habe einen Jugendleiterschein, dann wurde das irgendwann zu groß.“ So wurde aus dem gelernten Mediengestalter ein Erlebnispädagoge. Das ist jetzt siebeneinhalb Jahre her.

„Daher kommt auch mein Faible für andere Länder und Kulturen“, sagt Andreas Elfert. Und das ist auch prägend für Komodo Coffee. Elfert importiert seinen Kaffee direkt aus Indonesien, genauer von der Insel Sumatra. Dabei kann er auf die Hilfe der Großhändlerin Tati Büsing-Kock zurückgreifen. „Tati ist eine gute Freundin, und sie hat die Kontakte und die Logistik.“

Vor Ort kooperiert Elfert mit Kleinbauern und Genossenschaften. „Da steckt schon der Anspruch dahinter, dass alles ein bisschen gerechter abläuft“, sagt er. Aber man müsse auch aufpassen, dass man das nicht zu sehr ideologisiere. „Es geht mir darum, auf Augenhöhe mit den Bauern umzugehen und ihnen einen fairen Gegenwert für ihre Arbeit zu bieten.“ Anstatt der klassischen Fair-Trade-Siegel setzt Komodo Coffee auf „Direct-Trade“. „Dabei verzichten wir auf eine ganze Reihe Zwischenhändler und bezahlen die Bauern direkt.“

Das ist auch für Komodo Coffee von Vorteil, denn der direkte Draht zu den Erzeugern ist der Garant für die gute Qualität. So verzichtet der Bremer auch auf die üblichen Bio-Siegel und nennt seinen Kaffee nur ökologisch. „Das Bio-Label zu benutzen, würde zusätzlich Geld kosten“, erklärt Elfert. Er setze lieber Vertrauen in die Bauern und mache sich regelmäßig selbst ein Bild von der Situation vor Ort. „Ein gutes Zeichen, dass dort nicht gespritzt wird, ist, wenn in der Erde der Kaffeepflanzen alles kreucht und fleucht.“

Bis aber aus den indonesischen Qualitätsbohnen Premium-Kaffee aus Bremen wird, fehlt noch ein entscheidender Schritt: die Röstung. „Wir arbeiten mit einem Kleinröster zusammen“, sagt Elfert. Von seinen Bohnen werden nur 15 bis 30 Kilogramm auf einmal bei 200 Grad Celsius etwa 20 Minuten lang geröstet. Im Gegensatz zur Massenröstung, bei der in kürzerer Zeit größere Mengen verarbeitet werden, würden seine Bohnen mehr Aromen entwickeln und möglichst wenig Bitterstoffe enthalten.

So sei es letztlich möglich, den regionalen Geschmack der Bohnen zu erhalten und zu verfeinern. Das sei ein Trend, der unter dem Namen „Third Wave of Coffee“ mittlerweile auch bei den deutschen Kaffeeliebhabern immer beliebter werde. Und die entscheiden letztlich darüber, ob Elferts neuester Quereinstieg auch ein Erfolg werden wird.

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