Gegen die Müllflut Rewe testet den Verzicht von Plastiktüten für Obst und Gemüse

Die Plastiktragetaschen hat die Supermarktkette Rewe schon abgeschafft. Jetzt sollen auch die kostenlosen Obst- und Gemüsetüten verschwinden.
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Rewe testet den Verzicht von Plastiktüten für Obst und Gemüse
Von Carolin Henkenberens

Schluss mit der Plastikflut: Die Supermarkt-Kette Rewe will den dünnen Plastiktütchen für Obst und Gemüse an den Kragen. In zunächst rund 120 Filialen in ganz Deutschland soll es für sieben Wochen keine sogenannten Knotenbeutel mehr geben. Bremer Märkte sind nicht bei dem Test dabei, dafür aber mehrere Märkte im Raum Hannover und Göttingen. In 19 weiteren Märkten werden Kunden über Schilder dazu aufgerufen, ihr Obst und Gemüse nicht in den Beuteln zu verpacken. Dies teilte der Konzern in dieser Woche mit.

Der Plastikmüll ist vermeidbar, denn viele Lebensmittel haben eine natürliche Schutzhülle. Die Banane etwa. Deshalb wird es zumindest bei Rewe in Deutschland keine in Plastiktüten eingeschweißte Bananen mehr zu kaufen geben. Allein durch diese kleine Maßnahme würden pro Jahr 85 Tonnen Plastik eingespart.

Der Plastikkonsum der Menschheit hat ein riesiges Ausmaß erreicht. Einer Studie von US-Forschern aus dem Juli zufolge wurden seit der Entwicklung des Kunststoffs in den frühen 1950er-Jahren weltweit 8,3 Milliarden Tonnen Plastik hergestellt. Das entspricht dem Gewicht von etwa einer Milliarde afrikanischer Elefanten. Viel Plastik landet in den Meeren, Flüssen oder der Umwelt. Forscher des Alfred-Wegener-Instituts aus Bremerhaven haben gezeigt, dass Kunststoffteile auch von Meeresschnecken und Fischen wie Kabeljau und Makrele gefressen werden.

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Rewe und viele andere Supermärkte reagierten deshalb und schafften im vergangenen Jahr die Plastikeinkaufstüten ab. Seither liegen an den Kassen nur noch Mehrwegtüten, Papiertüten und Stofftaschen. In der Obst- und Gemüseabteilung werden Kunden künftig statt Tütchen Mehrweg-Netze angeboten. In etwa 100 Supermärkten können sie für 1,49 Euro im Doppelpack gekauft und mehrfach benutzt werden. Beim Wiegen an der Kasse wird das Gewicht für die Netze automatisch abgezogen.

Die Supermärkte und Discounter experimentieren derzeit an alternativen Verpackungen und Beschriftungen. Rewes Bio-Äpfel etwa sind mittlerweile in einem Material verpackt, das aus sonnengetrocknetem Gras und Holz besteht. Bei Lebensmitteln mit natürlicher Hülle, wie der Avocado oder der Süßkartoffel, nutzen Rewe und Penny-Markt das "Natural Branding" (zu deutsch: natürliches Kennzeichnen). Das bedeutet: Anstelle von Plastikpackungen mit Etikett werden Logo und Produktinformationen per Laser auf die Schale geschrieben. Plastik, Papier, Druckerfarbe: All das wird mit diesem Verfahren überflüssig.

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