Grohn

Rückblick: Zu besten Zeiten rund 2000 Beschäftigte

Grohn (the). 2. Oktober 1869 – der Tag, an dem die Geburtsstunde der „Actiengesellschaft Norddeutsche Steingutfabrik“ schlägt.
31.10.2013, 00:00
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Rückblick: Zu besten Zeiten rund 2000 Beschäftigte
Von Jürgen Theiner

2. Oktober 1869 – der Tag, an dem die Geburtsstunde der „Actiengesellschaft Norddeutsche Steingutfabrik“ schlägt. Bremer und Vegesacker Kaufleute gründen das Unternehmen, dessen Geschäftsfeld zunächst nichts mit Fliesen, sondern mit der Herstellung von keramischem Haushaltsgeschirr zu tun hat. Richtig auf Touren kommt die Produktion erst nach dem Ende des deutsch-französischen Krieges im Jahr 1871. Die ersten Wandfliesen werden im Werk erst rund zwanzig Jahre später hergestellt. Spätestens nach der Jahrhundertwende sind das Unternehmen und sein Markenzeichen „Grohn“ auch über Deutschlands Grenzen hinaus ein Begriff.

Zu besten Zeiten gab die Steingut an mehreren Standorten in Bremen-Nord rund 2000 Menschen Arbeit. Das war Ende der 1950er-Jahre. Neben dem Grohner Stammwerk gab es Fertigungsstätten dort, wo heute die Grohner Düne steht, und auf dem Gelände des Maschinenbauers Kuka an der Uhthoffstraße. Bis 1958 gehörte außerdem die Steingutfabrik Witteburg in Farge zum Verbund. Viele Beschäftigte wohnten in unmittelbarer Nähe zum Werksgelände, etwa an der Otto-Freise-Straße. Auch die Arbeitersiedlung „Kamerun bei Pumpe“ im Bereich der heutigen Hermann-Wegener-Straße ist noch vielen alten Grohnern ein Begriff. „Es gab damals eine sehr starke Verbundenheit der Leute mit dem Werk“, erinnert sich der frühere Steingut-Vorstand Walter Krawitz.

Mit der unternehmerischen Selbstständigkeit der Norddeutschen Steingut war es im Jahr 2001 vorbei. Damals übernahmen die Steuler Industriewerke die Aktienmehrheit. Der allmähliche Abbau von Arbeitsplätzen, der zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Jahrzehnte andauerte, beschleunigte sich vor allem nach dem Bau der beiden Tochter-Werke in Bremerhaven und Leisnig (Sachsen). Waren zur Jahrtausendwende noch rund 350 Mitarbeiter an der Schönebecker Straße beschäftigt, so verliefen sich zuletzt nur noch etwa 150 Beschäftigte auf dem rund 100000 Quadratmeter großen Gewerbeareal direkt an der Bahnlinie.

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