Ausnahmeregeln wirken Rückgang bei Firmenpleiten

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie treffen viele Unternehmen in Deutschland. Doch bislang macht sich das nicht bei den Insolvenzzahlen bemerkbar – im Gegenteil. Auch in Bremen ging die Zahl zurück.
12.02.2021, 05:00
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Von Friederike Marxund Lisa Boekhoff

Die befürchtete Pleitewelle in der Corona-Krise ist bislang ausgeblieben. Von Januar bis November 2020 meldeten die deutschen Amtsgerichte 14.621 Firmeninsolvenzen. Das waren 15,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Auch zum Jahreswechsel fiel der befürchtete Anstieg aus. Hauptgrund sind Ausnahmen von der Insolvenzantragspflicht in der Krise. Im Bundesland Bremen ging die Zahl der Insolvenzen nach den Angaben des Statistischen Landesamts Bremen ebenfalls zurück: um rund acht Prozent. Von Januar bis November verzeichnete man hier insgesamt 149 Fälle. Im Vorjahr waren es in dieser Zeit 162 Insolvenzen gewesen.

Für überschuldete Unternehmen war die Pflicht bis Ende Dezember 2020 ausgesetzt. Für solche Firmen, bei denen die Auszahlung von Staatshilfen noch aussteht, gilt die Aussetzung bis Ende April. Zahlungsunfähige Unternehmen müssen zwar seit Oktober wieder den Gang zum Amtsgericht antreten. Nach Angaben der Statistiker wird sich dies unter anderem aufgrund der Bearbeitungszeit der Gerichte aber erst später auf die Zahlen auswirken.

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Normalerweise muss ein Insolvenzantrag spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrunds wie Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit gestellt werden. Experten gingen zuletzt davon aus, dass die Zahl der Firmenpleiten in diesem Jahr steigen wird.

Im Januar 2021 sank die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren gegenüber dem Vorjahresmonat um 34 Prozent. „34 Prozent weniger eröffnete Unternehmensinsolvenzen als im Vorjahreszeitraum zeigen deutlich die staatlichen Eingriffe in das Insolvenzgeschehen“, erläuterte Christoph Niering, Vorsitzender des Berufsverbands der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID). Er rechnet auch wegen weiter geltender Ausnahmen nicht mit einer Insolvenzwelle im ersten Halbjahr. „Mehr als einen Angleich der Insolvenzzahlen an das historisch niedrige Niveau von 2019 wird es auch in der ersten Jahreshälfte 2021 nicht geben.“

Die Privatinsolvenzen verzeichneten in Bremen und Bremerhaven 2020 auch einen Rückgang. Von Januar bis November gab es 620 Fälle. Im Vorjahreszeitraum waren es 802.

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