Justiz Ryanair und Air France klagen gegeneinander

Paris. Europas größter Luftfahrtkonzern Air France-KLM und der Billigflieger Ryanair überziehen sich gegenseitig mit Klagen wegen unerlaubter Finanzhilfen. Air France-KLM eröffnete die juristische Schlacht und zog gegen Hilfen Dutzender europäischer Regionalflughäfen für Ryanair vor die EU-Kommission.
31.03.2010, 10:50
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Paris. Europas größter Luftfahrtkonzern Air France-KLM und der Billigflieger Ryanair überziehen sich gegenseitig mit Klagen wegen unerlaubter Finanzhilfen. Air France-KLM eröffnete die juristische Schlacht und zog gegen Hilfen Dutzender europäischer Regionalflughäfen für Ryanair vor die EU-Kommission.

Ryanair konterte mit einer Klage vor Gericht gegen Finanzhilfen für Air France. Die Iren fordern, dass die Franzosen 113 Millionen Euro Entschädigung und Zinsen zahlen. «Wenn die Klage von Air France Erfolg hat, gehe ich gerne nackt die Champs-Elysées hinauf», sagte Ryanair-Chef Michel O'Leary dem «Figaro» (Mittwoch).

Der Billigflieger aus Irland wird 2010 voraussichtlich mit 65 Millionen Passagieren größte europäische Fluggesellschaft vor Air France und Lufthansa. Air France zufolge wurde Ryanair alleine 2008 in Europa mit 660 Millionen Euro direkt oder indirekt - zum Beispiel mit Marketinghilfen - gefördert.

Davon kämen 35 Millionen aus Frankreich. Flughäfen wie Ostende und Alghero würden mehr als elf Euro je Passagier zuschießen, Rodez in Frankreich sogar 32 Euro. Die regionalen Handelskammern würden das fördern, weil sie wirtschaftliche Impulse von Ryanair erwarteten.

O'Leary weist das zurück. «Air France will die Entwicklung der Regionalflughäfen blockieren», um alle Passagiere über sein Drehkreuz Paris zu leiten, sagt er. Umgekehrt bekomme Air France Subventionen für innerfranzösische Strecken. Air France zufolge unterstützt der Staat im Rahmen der Regionalförderung den Betrieb bestimmter Strecken.

Darum könne sich jeder bewerben. Doch Ryanair habe das nie getan, weil die Strecken unrentabel seien. O'Leary erklärt dagegen, Ryanair habe die Strecke Straßburg-London aufgeben müssen, um Platz für Air France zu machen. (dpa)

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