Salzgitter

Salzgitter mit Zuversicht

Salzgitter. Deutschlands zweitgrößter Stahlkocher Salzgitter rechnet für das laufende Jahr weiter mit ruinösen Preiskämpfen. Der Konkurrent China habe mit 300 Millionen Tonnen Stahl noch immer fast doppelt so viel im Überangebot wie die Europäische Union pro Jahr produziere.
19.03.2016, 00:00
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Von DPA

Deutschlands zweitgrößter Stahlkocher Salzgitter rechnet für das laufende Jahr weiter mit ruinösen Preiskämpfen. Der Konkurrent China habe mit 300 Millionen Tonnen Stahl noch immer fast doppelt so viel im Überangebot wie die Europäische Union pro Jahr produziere. „Gegen einen Tsunami gedumpter Importe sind wir machtlos“, schreibt der Salzgitter-Vorstand in seiner am Freitag vorgelegten Jahresbilanz. „Das Geschäftsjahr 2016 stellt uns vor gewaltige Herausforderungen.“ Nicht zuletzt sei die Politik gefragt, noch entschiedener und rascher gegen Chinas Billigimporte vorzugehen.

Trotz wachsender Verluste und der schwelenden Branchenkrise will Salzgitter seine Dividende für 2015 erhöhen – auch aus „Zuversicht“, dass die eigenen Weichen im Kampf gegen die Krise gestellt seien, sagte Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann. Der im MDax notierte Konzern plant, den Aktionären pro Anteilsschein für das vergangene Jahr 25 Cent zu zahlen, fünf Cent Plus oder umgerechnet 25 Prozent mehr als vor einem Jahr. Dem Plan muss die Hauptversammlung im Juni noch zustimmen. Mit 25 Cent würde die Dividende wieder das Niveau von 2012 erreichen. Unter dem Strich hatte sich der Verlust bei Salzgitter 2015 merklich erhöht: Der Fehlbetrag wuchs im Jahresvergleich um 43 Prozent auf minus 45,5 Millionen Euro. Erst kürzlich hatte Konzernchef Fuhrmann Hunderte Stellenstreichungen für 2016 angekündigt. Betroffen sind die Werke Ilsenburg im Harz, Mülheim/Ruhr, Hamm und Siegen. Details zum Stellenabbau sind noch unklar und sollen sich 2016 konkretisieren.

DPA

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