Bremen Seehäfen setzen Wachstum fort

Bremen. Für den deutschen Seeverkehr wird bis 2017 eine Steigerung von insgesamt 7,3 Prozent prognostiziert. Für 2015 wird mit einem Zuwachs von zwei Prozent gerechnet.
28.08.2015, 00:00
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Für den deutschen Seeverkehr wird bis 2017 eine Steigerung von insgesamt 7,3 Prozent prognostiziert. Für 2015 wird mit einem Zuwachs von zwei Prozent gerechnet. Das ergibt sich aus der so genannten Gleitenden Mittelfristprognose, die TCI Röhling Transport Consulting International im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr erstellt hat. Für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Prognosezeitraum bildet die Projektion des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom April 2015 die Grundlage.

Die Prognosen für den Seeverkehr würden einerseits die positiven und dynamischen Erwartungen zur Entwicklung des Außenhandels, andererseits die Dämpfung des Seehandels durch die unsichere Entwicklung wichtiger Handelspartner wie China und Russland widerspiegeln. Trotz der Erwartung eines reduzierten Wirtschaftswachstums in China bedeute dies immer noch ein hohes Handelsvolumen, welche gegenüber 2014 mit rund sechs Prozent pro Jahr wachsen wird. Aufgrund günstiger Wechselkursbedingungen und der guten Wirtschaftsentwicklung in den USA sowie bei weiteren wichtigen Handelspartnern sei laut Prognose deshalb mit einem Zuwachs des Seeverkehrsaufkommens von plus 2,6 Prozent für 2016 und plus 2,3 Prozent für 2017 zu rechnen. Zudem wird ein deutlicher Zuwachs durch ansteigende Hinterlandverkehre der deutschen Nordseehäfen erwartet, der sich durch den Zuwachs im Seeverkehr, höherwertige Transporte sowie einer Zunahme von Transporten im kombinierten Verkehr ergebe. Auch Feederverkehre zwischen den Häfen werden eine wachsende Bedeutung erlangen, heißt es in der Mittelfristprognose.

Für den Zuwachs der Seeverkehre würden dabei alle Güterabteilungen einen Beitrag leisten, da eine günstige Wirtschaftsentwicklung zu einer Güternachfrage in allen Produktionsbereichen führe. Der Handel mit kurzfristigen Konsumgütern nehme zu, und auch für Energie und Bergbauprodukte sei wegen der günstigen Rohstoffpreise mit einem Zuwachs im Aufkommen zu rechnen. Hohe Zuwächse von Chemietransporten lassen weiter den Schluss zu, dass die Export- und Importquote der Chemieproduktion weiterhin zunehmen werde.

Ohne Berücksichtigung der Seeverkehre wird das gesamte Transportaufkommen laut Prognose durchschnittlich um

0,4 Prozent pro Jahr wachsen, also von 4193,5 Millionen Tonnen im Jahr 2014 auf 4244,5 Millionen Tonnen im Jahr 2017. Die Transportmenge im Straßengüterverkehr wird im Zeitraum 2014 bis 2017 einen Zuwachs von durchschnittlich unter einem Prozent pro Jahr aufweisen. Für das Wachstum des Transportaufkommens im Jahr 2014 von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr sind streikbedingte Verlagerungen von der Bahn und die günstigen Lkw-Betriebskosten aufgrund niedriger Dieselpreise mit verantwortlich. Weiterhin spielt die gute Baukonjunktur eine Rolle, da etwa 25 Prozent der Transportmengen im Straßengüterverkehr durch Bautransporte bedingt sind.

Für die Eisenbahnverkehre werden dagegen Rückgänge des Transportvolumens und eine verhaltene positive Entwicklung der Transportleistung erwartet. Von 2014 bis 2017 gehen die Bahn-Gütertransporte um insgesamt 1,6 Prozent von 365 Millionen Tonnen in 2014 auf 359,2 Millionen Tonnen im Jahr 2017 zurück. Im gleichen Zeitraum steigt aber – nach einem leichten Rückgang im Jahr 2015 – die Transportleistung um 1,2 Prozent von 112,8 Milliarden Tonnenkilometer in 2014 auf 114,2 Milliarden Tonnenkilometer im Jahr 2017 an. Ein wichtiger Grund für diese Entwicklungen sind die Bahnstreiks in den Jahren 2014 und 2015, die zu Einbußen im Transportaufkommen bei der Bahn geführt haben.

Die Entwicklung der Binnenschifffahrt wird zu Beginn des Betrachtungszeit-raums auch durch die Bahnstreiks bestimmt. Hier 2014 und 2015 findet eine Verlagerung von Transportgütern im Massengutbereich von der Bahn auf das Binnenschiff statt. Weiterhin profitiert das Binnenschiff von etwas anziehenden Massengutverkehren in 2014 und 2015 sowie den günstigen Treibstoffkosten., die einen relativen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Bahn darstellen. Für die Jahre 2016 und 2017 gehen diese Einflüsse zurück. Dafür gewinnt das Binnenschiff im Hinterlandverkehr aller Seehäfen an Bedeutung.

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