Auto Seltene Ehre: Obama besucht Daimler-Werk

Mount Holly. Das gibt es nicht alle Tage: Der US-Präsident höchstpersönlich schaut bei Daimler vorbei. Barack Obama hat das Werk der amerikanischen Lkw-Tochter Freightliner in Mount Holly im Süden der Vereinigten Staaten besucht.
07.03.2012, 20:10
Lesedauer: 2 Min
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Mount Holly. Das gibt es nicht alle Tage: Der US-Präsident höchstpersönlich schaut bei Daimler vorbei. Barack Obama hat das Werk der amerikanischen Lkw-Tochter Freightliner in Mount Holly im Süden der Vereinigten Staaten besucht.

"Hier bei Daimler baut Ihr nicht nur Trucks, ihr baut bessere Trucks", rief Obama der versammelten Belegschaft am Mittwoch unter deren Jubel zu. Der Präsident lobte vor allem die Lkw mit Gasantrieb, die im Werk hergestellt werden. Der alternative Antrieb mache die Lastwagen leiser, billiger im Unterhalt und besser für die Umwelt, sagte Obama.

Es war der erste Besuch des US-Präsidenten bei einem ausländischen Autobauer überhaupt und der zweite Besuch des US-Präsidenten im Werk eines deutschen Konzerns. Vor zwei Jahren hatte sich Obama die Windanlagen-Fertigung von Siemens in Fort Madison angeschaut. Die Reduzierung der Abhängigkeit von ausländischem Öl ist ein wichtiges Anliegen von Obama.

Seine Visite bei Daimler kommt damit nicht von ungefähr. Der Präsident hat sich die Fabrik ausgesucht, um seine Pläne für eine Reduzierung des Verbrauchs von Autos, Transportern, Lastwagen und Bussen zu verkünden. Dazu sollen unter anderem alternative Antriebe stärker steuerlich gefördert werden. Für ein Elektroauto beispielsweise gibt es ein Steuergeschenk von bis zu 10 000 Dollar statt bislang maximal 7500 Dollar.

Vor seiner Rede hatte sich Obama die Produktion angeschaut und zeigte sich beeindruckt. "Die Lkw, die ihr hier baut, sind mit ihrem Gasantrieb umweltschonender als mit dem üblichen Diesel." In Mount Holly wird auch ein Hybrid-Lkw produziert.

Daimler Trucks North America ist nach eigenen Angaben der führende Lkw-Hersteller im Land und macht unter anderem bei der Initiative des US-Energieministeriums mit, den Verbrauch von besonders schweren Lastwagen bis 2015 drastisch zu senken.

Nicht ganz unwichtig in Wahlkampfzeiten dürfte für Obamas Auftritt in der Daimler-Fabrik auch gewesen sein, dass der Konzern angesichts einer anziehenden Lkw-Nachfrage in den vergangenen Monaten Hunderte Leute eingestellt hatte. Trotz einer sich langsam erholenden Wirtschaft ist die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten historisch gesehen immer noch auf einem hohen Niveau.

Zur Nutzfahrzeugsparte von Daimler gehören in den USA neben Freightliner der Lkw-Hersteller Western Star, der Schulbushersteller Thomas Built Buses sowie der Motorenbauer Detroit Diesel. Die Sparte beschäftigt nach eigenen Angaben 16 000 Menschen und liefert ihre Produkte neben den USA in 35 weitere Länder.

Daimler baut im Bundesstaat Alabama auch Autos, vornehmlich Geländewagen. Dieses Werk wird ebenfalls ausgebaut, so wird dort künftig zusätzlich die C-Klasse vom Band rollen. Überdies wird Daimler ab 2014 zusammen mit Renault-Nissan Motoren im Land fertigen. Im Gegensatz zum europäischen Automarkt wächst der nordamerikanische; die deutschen Hersteller hatten ihren Marktanteil ausbauen können. (dpa)

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