Bahn-Konkurrenz Startschuss für 48-Stunden-Streik

Frankfurt/Main. Im Tarifkonflikt der Lokführer werden Bahnreisende heute bundesweit erneut auf die Geduldsprobe gestellt. Wie die Gewerkschaft GDL mitteilte, begann in der Nacht ein Streik bei den großen Konkurrenten der Deutschen Bahn (DB).
14.04.2011, 06:50
Lesedauer: 1 Min
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Frankfurt/Main. Im Tarifkonflikt der Lokführer werden Bahnreisende heute bundesweit erneut auf die Geduldsprobe gestellt. Wie die Gewerkschaft GDL mitteilte, begann in der Nacht ein Streik bei den großen Konkurrenten der Deutschen Bahn (DB).

"Die Streiks haben wir pünktlich um 2.00 Uhr anfangen lassen", sagte GDL-Bezirksvorstand Frank Schmidt der Nachrichtenagentur dpa. Die Auswirkungen hielten sich zunächst in Grenzen, "da im Nachtdienst noch nicht so viele Kollegen bei den Firmen, die wir hier bestreiken, Dienst haben". Dies werde sich mit dem einsetzenden Berufsverkehr aber ändern.

Der Ausstand soll 48 Stunden dauern und sich somit bis in die Nacht zum Samstag hinziehen. Betroffen sind insgesamt 20 regionale Schienenverkehrsunternehmen - darunter die großen fünf Bahn-Wettbewerber Abellio, Netinera, Benex, Veolia und Hessische Landesbahn sowie deren Töchter. Die Verbindungen des Branchenführers Deutsche Bahn sollen ebenso verschont bleiben wie die des Wettbewerbers Keolis (Eurobahn) - mit ihm hatte es jüngst eine erste Annäherung gegeben.

In den laufenden Tarifverhandlungen ist es schon das sechste Mal seit Mitte Februar, dass die kleine Gewerkschaft ihre Muskeln spielen lässt und die Züge bei den DB-Wettbewerbern lahmlegen will. Neben Einkommensverbesserungen kämpft die GDL für einen bundesweiten Rahmentarifvertrag, der allen 26 000 Lokführern in Deutschland ähnliche Tarifstandards wie bei der DB sichert.

GDL-Chef Claus Weselsky forderte die Wettbewerber der DB erneut auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren: "Die Verschärfung des Konflikts auf dem Rücken der Lokomotivführer und die Ignoranz gegenüber den Fahrgästen ist keine erfolgreiche Strategie zur Beseitigung des Tarifkonflikts", sagte er laut Mitteilung vom Mittwoch. Für neue Gespräche müssten die Arbeitgeber jedoch zunächst "substanzielle Angebote" präsentieren.

Die Tarifgespräche mit dem staatseigenen Konzern DB laufen an diesem Freitag weiter - dort scheint inzwischen nach 14 Verhandlungsrunden eine Einigung in greifbarer Nähe zu sein. (dpa)

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