Preise Statistiker: Euro ist kein Teuro

Wiesbaden. Allen Unkenrufen zum Trotz: Der Euro ist nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes kein Teuro. Seit der Einführung des Euro-Bargeldes Anfang 2002 bis November 2011 lag die Preissteigerung bei durchschnittlich 1,6 Prozent im Jahr.
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Wiesbaden. Allen Unkenrufen zum Trotz: Der Euro ist nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes kein Teuro. Seit der Einführung des Euro-Bargeldes Anfang 2002 bis November 2011 lag die Preissteigerung bei durchschnittlich 1,6 Prozent im Jahr.

Zu Zeiten der D-Mark waren es dagegen im Schnitt 2,6 Prozent, wie die Statistiker am Freitag in Wiesbaden mitteilten. Teurer wurden vor allem häufig gekaufte Waren wie Heizöl- und Sprit und zum Teil auch Lebensmittel. Daher hätten viele Verbraucher das Gefühl, der Euro sei weniger wert als die D-Mark.

"Preissteigerungen bei diesen Gütern sind den Konsumenten stärker präsent als Preisänderungen bei seltenen Anschaffungen", so die Statistiker. Hinzu kamen zahlreiche Steuer- und Abgabenerhöhungen in der Euro-Dekade, zum Beispiel die Mehrwertsteuererhöhung im Jahr 2007.

Rasant gestiegen sind wegen der hohen Rohstoffkosten die Heizöl- und Spritpreise. Sie lagen im November 2011 um satte 85 Prozent über dem Niveau kurz vor der Euro-Einführung. Die Strompreise legten im gleichen Zeitraum um rund 66 Prozent zu.

Richtig teuer wurden direkt nach der Euro-Bargeldeinführung Restaurantbesuche. Aufschläge zwischen 20 und 40 Prozent waren nach Angaben der Statistiker keine Seltenheit. Einige Restaurants hätten die Preise sogar um bis zu 100 Prozent erhöht.

Stark gestiegen sind wegen der weltweit wachsenden Nachfrage auch die Nahrungsmittelpreise, allerdings erst ab 2007. In den ersten fünf Jahren der Euro-Bargeldzeit sei die Preisentwicklung sehr moderat gewesen, erklärten die Statistiker.

Die Mieten, die einen hohen Anteil an den Konsumausgaben der Haushalte haben, erhöhten sich dagegen nur um insgesamt 12 Prozent. In den vorangegangenen rund zehn Jahren hatten die Statistiker bei Nettokaltmieten einschließlich Wohnungsnebenkosten noch einen Preissprung von 40 Prozent festgestellt.

In den letzten sechs Jahren der D-Mark stiegen die Lebenshaltungskosten allerdings nur noch um 1,4 Prozent jährlich. Hohe Inflationsraten von zeitweise 4 Prozent hatte es zuvor Anfang der 90er Jahre im Zuge der Wiedervereinigung gegeben. (dpa)

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