Folge des Mindestlohns Steigende Zahl unbefristeter Jobs

Nürnberg. Mit der Einführung des Mindestlohns sind nicht nur die Verdienste, sondern häufig auch die Anforderungen an Beschäftigte im Niedriglohnsektor gestiegen. Das ergibt eine am Dienstag in Nürnberg veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
18.05.2016, 00:00
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Nürnberg. Mit der Einführung des Mindestlohns sind nicht nur die Verdienste, sondern häufig auch die Anforderungen an Beschäftigte im Niedriglohnsektor gestiegen. Das ergibt eine am Dienstag in Nürnberg veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Dafür hätten die Betroffenen aber bessere Aussichten auf eine längerfristige Beschäftigung als früher, betonen die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. Während 2014 noch 57 Prozent der Stellen mit diesem Ziel ausgeschrieben wurden, waren es ein Jahr später 81 Prozent.

Viele Firmenchefs hofften offenbar, mit qualifizierteren und gut eingearbeiteten Mitarbeitern ihre mit dem Mindestlohn gestiegenen Lohnkosten wieder auffangen zu können. Waren es 2014 lediglich zehn Prozent aller Mindestlohn-Jobs, für die bei der Neueinstellung spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten verlangt wurden, so war dies 2015 bereits bei 19 Prozent der entsprechenden Jobs der Fall.

Vor allem bei Jobs ab einem Stundenlohn von 10,38 Euro legten viele Firmen Wert auf soziale Kompetenz, Teamfähigkeit und längere Berufserfahrung. In diesem Lohn-Segment würden inzwischen bei gut jedem zehnten Jobangebot außerdem Fremdsprachenkenntnisse, interkulturelle Kenntnisse und Führungsqualitäten verlangt, berichten die Nürnberger Forscher. Entsprechend länger dauere inzwischen die Besetzung von freien Stellen. 2014 setzten die Betriebe der Studie zufolge noch durchschnittlich 23 Tage für die Suche bis zum gewünschten Arbeitsbeginn an, 2015 waren es 46 Tage. Auch die Dauer bis zur Personalentscheidung bei Neueinstellungen hat sich von 27 auf 51 Tage erhöht.

Im Jahr 2015 gab es der Studie zufolge rund 122 000 sozialversicherungspflichtige neue Jobs mit einem Entgelt auf dem Mindestlohnniveau. Im darüber liegenden Niedriglohnbereich bis 10,38 Euro Lohn pro Stunde gab es weitere 531 000 neu besetzte ­Stellen.

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