Schwierige Personalverhandlungen Stellenabbau bei Meyer-Werft droht

Geschäftsführung und Belegschaft des Kreuzfahrtschiffbauers Meyer-Werft streiten über die künftige Arbeitsauslastung. Das Unternehmen ist mit Plänen zum Abbau von 1800 Jobs in die Verhandlungen gegangen.
15.01.2021, 05:00
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Von Friedemann Kohler

Beim kriselnden Kreuzfahrtschiffbauer Meyer-Werft in Papenburg an der Ems streiten Geschäftsführung und Belegschaft über die künftige Arbeitsauslastung. Der Betriebsrat und die IG Metall hätten Gespräche nach einem Tag abgebrochen, teilte das Unternehmen mit. Die Führung sei mit Plänen zum Abbau von 1800 Jobs in die Verhandlungen gegangen, sagte Betriebsratschef Nico Bloem auf Anfrage. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Kollegen.“

Weil die Kreuzfahrtbranche in der Corona-Pandemie stillsteht, muss die Meyer-Werft den Bau ihrer bunten Ozeanriesen drosseln. Mit den Reedereien ist nach Angaben eines Sprechers noch vergangenes Jahr eine verzögerte Ablieferung vereinbart worden. So sollen nur zwei statt drei Schiffe jährlich fertiggestellt werden. Rechnerisch solle die Arbeit um 40 Prozent reduziert werden, teilte die Geschäftsführung mit. Das würde 1800 von 4500 Stellen betreffen. Man hoffe jedoch auf intelligente Lösungen, um den Jobverlust möglichst gering zu halten. „Wir haben gute Chancen, den Standort insgesamt zu sichern, wenn wir zeitnah richtig und gemeinsam handeln“, sagte Geschäftsführer Thomas Weigend. Die Werft hat eine Stammbelegschaft von etwa 3600 Personen und beschäftigt in Papenburg weitere 900 Personen bei einer Dienstleistungstochter.

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Die Arbeitnehmerseite fordere einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, sagte Bloem. Er kritisierte, dass die Werft weiter einen Teil der Arbeit an Werkvertragsfirmen auslagere. Die Stammbelegschaft sei stattdessen in Kurzarbeit. „Es ist nicht so, dass wir keine Arbeit haben“, sagte der Betriebsratsvorsitzende.

Ende November war unter Vermittlung der Landespolitik vereinbart worden, dass es bis Ende Juni 2021 keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll. Für die Zeit danach soll bis Ende März ein Zukunftstarifvertrag von 2021 bis 2025 abgeschlossen werden.

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