Mehr als 56 000 junge Leute bewerben sich an den Hochschulen der Stadt / Lange Wartelisten für Wohnheime Studenten wollen nach Bremen

Bremen. Der Studienstandort Bremen ist sehr beliebt: An den Hochschulen ist die Zahl der Bewerber zuletzt gestiegen oder gleichbleibend hoch geblieben. Die Hochschule Bremen (HSB) verzeichnet einen anhaltenden Bewerberansturm
30.07.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Studenten wollen nach Bremen
Von Sara Sundermann

Der Studienstandort Bremen ist sehr beliebt

: An den Hochschulen ist die Zahl der Bewerber zuletzt gestiegen oder gleichbleibend hoch geblieben. Die Hochschule Bremen (HSB) verzeichnet einen anhaltenden Bewerberansturm

, an der Uni ist die Zahl derjenigen gestiegen, die ein Grundstudium beginnen wollen. Und auch an der Hochschule für Künste (HfK) und der Jacobs University Bremen (JUB) nahm die Zahl der Bewerber zu. Viele Abiturienten bewerben sich an der Uni sogar für mehrere Fächer gleichzeitig – das zeige den Willen, ein Studium unbedingt hier zu beginnen, schlussfolgert man auf dem Campus.

Rund 30 000 Absolventen haben sich bei der Uni für einen Bachelor oder ein juristisches Staatsexamen beworben. Für ein Grundstudium gingen mit 20 000 Bewerbungen rund 1000 Anträge mehr ein als im Vorjahr. Nur 4000 werden einen Platz bekommen. Besonders gefragt sind an der Uni die Fächer Betriebswirtschaftslehre, Rechtswissenschaft, Psychologie und Grundschullehramt. Auch Geowissenschaften und Informatik werden beliebter.

An der Hochschule liegt die Nachfrage fast auf Vorjahresniveau: Für das Wintersemester gingen mehr als 15 800 Bewerbungen für bis zu 2184 Studienplätze ein. Die beliebtesten Fächer sind Soziale Arbeit, Betriebswirtschaftslehre und Tourismusmanagement. „Die Nachfrage ist auch deswegen bemerkenswert, weil die doppelten Abiturjahrgänge seit 2013 praktisch durch sind“, sagt Rektorin Karin Luckey. Die HSB übe eine Magnetfunktion aus und trage dazu bei, dass Bremen eine wachsende Stadt bleibe. „Auch die Zahl ausländischer Studierender unter den Bewerbern steigt“, sagt Luckey. Die Rektorin erinnert daran, dass es an der HSB viele bundesweit einmalige Studiengänge gebe. Zudem seien unter den Bewerbern inzwischen verstärkt junge Leute, die nach der Berufsausbildung ein Studium beginnen. Die Hochschule öffne sich gerade noch mehr für Studierende ohne Abitur.

An der privaten Jacobs University Bremen (JUB) in Grohn bewarben sich bis Anfang Juli mehr als 1600 junge Leute – das sind etwa 30 Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch in Niedersachsen hat die Studierendenzahl einen neuen Höchststand erreicht. Zuletzt waren mehr als 191 000 Menschen eingeschrieben. Bremen und Niedersachsen folgen einem bundesweiten Trend: In Deutschland waren knapp 2,7 Millionen Studenten eingeschrieben – so viele wie nie zuvor.

Auffällig ist: Unter den besonders beliebten Studiengängen in Bremen sind mehrere der von Schließung bedrohten Fächer. An der Uni ist Psychologie sehr gefragt, an der HSB Tourismusmanagement. Beide Fächer sind durch einen Prüfauftrag in Gefahr, auch wenn über eine Schließung nicht diskutiert wird. An der Hochschule sind mit Journalistik und Volkswirtschaftslehre zwei von fünf bedrohten Fächer bereits in Schließung begriffen: Es wurden keine neuen Bewerbungen mehr angenommen.

Mit den Zulassungen, die Bremens Hochschulen nun erteilen, beginnt für die Studienanfänger auch die Suche nach einer Wohnung. Derzeit stehen bereits 600 Namen auf der Warteliste für einen Wohnheimplatz in Bremen, sagt Hauke Kieschnick vom Studentenwerk: „Bremen ist unterversorgt mit günstigem Wohnraum – für Studierende, die nur 250 Euro für Miete ausgeben können, ist die Lage extrem schwierig.“ Es gebe noch viel Handlungsbedarf bei Wohnheimen, sagt auch Jannick Sohn vom Asta der Uni. Die Stadt dürfe den Bau von Studentenwohnungen nicht nur privaten Investoren überlassen, weil sonst häufig zu teure Wohnungen entstünden.

Derzeit gibt es 1900 Wohnheimplätze. Das Studentenwerk würde Kieschnick zufolge gerne 400 bis 500 zusätzliche Plätze schaffen. Doch es fehlt am Geld und an geeigneten Bauplätzen. Zuletzt scheiterte ein geplantes Wohnheim am Waller Wied. Der Bau von Wohnheimen stagniert in Bremen seit Jahren. Die letzten neuen Standorte entstanden 2006 und 2012. Nun gebe es Überlegungen, auf dem Campus an der Emmy-Noether-Straße ein neues Wohnheim zu bauen, sagt Kieschnick. Bei der HSB ist zudem ein Gebäude für Studenten-WGs und generationenübergreifendes Wohnen am Hohentorsplatz angedacht.

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