Tarifverhandlungen

Warnstreik beim Tiefkühlkosthersteller Frosta

Während am Dienstag für die Fleischwirtschaft ein neuer Mindestlohn beschlossen wurde, streiken in Bremerhaven die Mitarbeiter beim Tiefkühlhersteller Frosta.
01.06.2021, 16:15
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa
Warnstreik beim Tiefkühlkosthersteller Frosta

Bei Frosta sind die Mitarbeiter am Dienstag in den Warnstreik gegangen.

Focke Strangmann/WFB

Beim Tiefkühlkosthersteller Frosta in Bremerhaven haben sich am Dienstag nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) rund 150 Menschen an einem Warnstreik beteiligt. Beschäftigte der Spätschicht legten ihre Arbeit nieder, die Produktion im Werk ruhte, wie der Geschäftsführer der NGG Bremen-Weser-Elbe, Dieter Nickel, sagte.

Hintergrund der Aktion sind Tarifverhandlungen: Laut NGG hat die Arbeitgeberseite bislang kein Angebot für eine Lohnerhöhung gemacht. Die Belegschaft habe einen fairen Anteil an der positiven Entwicklung des Unternehmens mehr als verdient, sagte Nickel, der Verhandlungsführer in der Tarifrunde ist. "Wir erwarten jetzt ein verhandelbares Angebot, ansonsten sind wir gezwungen, die Streiks weiter zu verschärfen." Das Werk in Bremerhaven ist der Hauptsitz der Frosta AG.

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Für die Fleischwirtschaft haben die NGG und die Arbeitgeber der deutschen Fleischwirtschaft sich auf eine neue Lohnuntergrenze von 10,80 Euro für die rund 160.000 Beschäftigten in den Schlachthöfen und Wurstfabriken geeinigt. Schrittweise soll der Mindestlohn dann über 11,00 Euro Anfang 2022 bis auf 12,30 Euro zum 1. Dezember 2023 angehoben werden. Das teilte die Gewerkschaft NGG nach der Zustimmung der Arbeitgeber zu dem Modell am Dienstag in Hamburg mit. Die NGG-Tarifkommission hatte dem Vorschlag bereits in der vergangenen Woche zugestimmt. Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit Anfang 2021 bei 9,50 Euro und steigt bis zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro.

"Diesen Tarifabschluss haben die Beschäftigten mit zahlreichen Streiks durchgesetzt. Vom neuen Branchenmindestlohn profitieren zehntausende Menschen und bekommen spürbar mehr Geld für ihren Knochenjob", sagte der stellvertretende NGG-Vorsitzende Freddy Adjan. Nach dem Verbot der Werkverträge mit dem von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil initiierten Arbeitsschutzkontrollgesetz sei der neue Branchenmindestlohn "ein zweiter ganz wichtiger Baustein für ordentliche Bedingungen in der Fleischbranche", so Adjan.

Nach Angaben der Arbeitgeberseite müssen die Betriebe im Vergleich zum aktuellen gesetzlichen Mindestlohn über zweieinhalb Jahre eine Steigerung von rund 30 Prozent stemmen. "Wir haben uns als Branche bis an die Decke gestreckt", so Vehid Alemi? vom Verband der Ernährungswirtschaft (VdEW). "Zahlreichen Betrieben der Fleischwirtschaft wird damit viel zugemutet. Vor allem kleine und Familienbetriebe werden mit den Kostenerhöhungen schwer zu kämpfen haben", sagte der Hauptgeschäftsführer laut Mitteilung.

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