Kaffeepreise ziehen wieder an „Tchibo wird nur der Erste sein“

Bremen. Der größte deutsche Röster Tchibo erhöht zum 16. Januar die Preise für seinen Kaffee.
12.01.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von FLORIAN SCHWIEGERSHAUSEN

Bremen. Der größte deutsche Röster Tchibo erhöht zum 16. Januar die Preise für seinen Kaffee. Sie werden im Durchschnitt um fünf Prozent steigen. Je nach Marke werden das dann 30 bis 50 Cent sein je Pfund Kaffee. Als Begründung nannte das Unternehmen die seit Frühjahr 2016 deutlich gestiegenen Preise für Rohkaffee. Ein weiterer Grund ist der US-Dollar, der gegenüber dem Euro stärker geworden ist. Kaffee wird auf dem Weltmarkt in US-Dollar gehandelt. Die Mitbewerber Aldi-Nord, Jacobs Douwe Egberts (JDE) sowie Melitta wollten sich auf Anfrage des WESER-KURIER nicht zu möglichen Preiserhöhungen bei ihrem eigenen Kaffee äußern – was sie grundsätzlich nicht tun. JDE-Sprecher Dirk Friedrichs sagte lediglich dazu: „Der Handel macht die Preise.“

Und da wird Tchibo nur den Anfang gemacht haben, wie sich Christian Ritschel vom lokalen Kaffeeröster Lloyd Caffee in der Bremer Überseestadt sicher ist: „Tchibo wird nur der Erste sein, und alle anderen werden dann nachziehen.“ Für seinen eigenen Kaffee rechnet Ritschel vor: „Als ich 2006 damit angefangen habe, kostete mich ein Kilo Rohkaffee der brasilianischen Sorte Santos 1,65 Euro. Neulich habe ich dafür knapp fünf Euro gezahlt.“ Auch er hat in den vergangenen Monaten für seine verschiedenen Mischungen die Preise erhöht. „Jedoch nicht alle auf einmal. Außerdem konnten wir die gestiegenen Preise dadurch abfedern, dass das Interesse an unseren Kaffeeseminaren steigt und dass wir bei uns vor Ort mehr Tassen Kaffee verkaufen können“, erklärt Ritschel. Zu dem anderen Aspekt mit dem US-Dollar sagte der Lloyd-Caffee-Chef: „Wir haben ja nicht damit gerechnet, dass, wenn Donald Trump die US-Wahl gewinnt, der Dollar-Kurs steigen wird.“

So lag der Durchschnittspreis für ein US-Pfund Rohkaffee (das entspricht 453 Gramm) im November bei 1,4583 US-Dollar. Noch im Januar 2016 kostete das US-Pfund im Durchschnitt 1,1089 US-Dollar. Auf dem aktuellen Preisniveau befand sich der Rohkaffee zuletzt ähnlich vor zwei Jahren. Im Januar 2015 lag das US-Pfund im Durchschnitt bei 1,4824 US-Dollar.

Für den Einzelhandel in Deutschland sind die Preise von Tchibo richtungsweisend. Denn der Marktführer verkauft seinen Kaffee in den eigenen Shops und kann damit unabhängig von den deutschen Supermarkt-Ketten agieren. Ebenso kann Aldi, die auch eine Rösterei in Weyhe vor den Toren Bremens besitzen, die Preise für seine Eigenmarken festlegen. Tchibo-Sprecher Arnd Liedtke sagte: „Sobald die Preise für Rohkaffee und der Dollarkurs es zulassen, wird Tchibo die Verkaufspreise wieder senken.“

Pro Jahr trinkt jeder Deutsche im Durchschnitt übrigens 162 Liter Kaffee, bezogen auf die aktuellste Zahl aus dem Jahr 2015.

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