Infrarotheizungen taugen eher für kleine Räume Teure Kunstwerke

Berlin. Wer sich ein wenig mit Heiztechnik beschäftigt, stößt immer wieder auf eine Innovation: Infrarotheizungen. Sie sollen sparsam im Verbrauch sein, preiswert in der Anschaffung und dabei auch noch elegant aussehen, versprechen die Hersteller.
17.02.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Susanne Ehlerding

Wer sich ein wenig mit Heiztechnik beschäftigt, stößt immer wieder auf eine Innovation: Infrarotheizungen. Sie sollen sparsam im Verbrauch sein, preiswert in der Anschaffung und dabei auch noch elegant aussehen, versprechen die Hersteller.

Äußerlich haben diese Elektroheizungen tatsächlich wenig mit der konventionellen Heizung gemeinsam. Nicht dicker als ein Bilderrahmen, hängen die Platten an der Wand oder sind an Decken montiert. Im Inneren ist ihr Heizdraht verborgen, der eine Metallabdeckung erwärmt. Sie können Bildmotive als Dekoration haben, wie hübsche Kunstwerke an der Wand wirken.

Infrarotheizungen haben einen hohen Anteil an Strahlungswärme. Sie wirken, als ob man an einem Lagerfeuer steht. Die üblichen Konvektionsheizungen erwärmen zwischen ihren Rippen dagegen mehr die Luft und geben weniger Strahlungswärme ab. Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima ist allerdings „sehr skeptisch“, ob Infrarotheizungen so effizient sind, wie die Hersteller versprechen. „Es sind elektrische Heizungen. Punkt“, sagt er. „Und mit Strom zu heizen, ist im Vergleich zu Gas etwa viermal so teuer.“ Heize man nicht gerade mit Ökostrom, sind die Geräte auch vom Kohlendioxidausstoß her kein Gewinn für die Umwelt.

Zwar ist die Anschaffung günstig, und man kann sie einfach durch das Einstecken in eine Steckdose in Betrieb nehmen. So preiswert wie oft angegeben ist die Anschaffung aber nicht. „Mir liegt ein Angebot für ein Zweifamilienhaus über 12 000 Euro vor“, sagt Udo Peters von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „In der Gesamtkostenrechnung ist die Infrarotheizung die teuerste von allen.“ Betrachtet man die Kosten für zehn Jahre, lohne sich die Anschaffung einer guten Heizungsanlage oder Wärmepumpe, sagt Wagnitz.

Selbst in einem gut gedämmten Passivhaus können Infrarotheizungen hohe Kosten verursachen. Das zeigte laut Wagnitz die Umfrage „Heizen 2020“. „Passivhäuser haben häufig eine Lüftungsanlage, die auf 20 Grad austariert ist“, erklärt er. Soll es wärmer sein, stoße die Anlage an ihre Grenzen. Geeignet hält er diese Heizungen nur für kleine Räume, die man mit einer Zusatzheizung als Frostschutz ausstatten möchte.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+