Ärger über falsche Postbank-Beratung Teurer Vertrag statt Sparkonto

Bremen. Herr P. aus Bremen ist jung und eigentlich recht fit in Sachen Finanzen und Geldanlage.
29.02.2016, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Hartmut Schwarz

Herr P. aus Bremen ist jung und eigentlich recht fit in Sachen Finanzen und Geldanlage. Trotzdem kam es nun zu einer Situation, die er im Nachhinein nicht verstehen kann: Er hat ein Tagesgeldkonto bei einer Bank und wollte bei einem anderen Institut ein weiteres Sparkonto eröffnen. Ziel war der Aufbau einer ergänzenden Reserve für Notfälle. Dazu hat er einen Beratungstermin bei der Postbank vereinbart und fragte nach den Angeboten eines Sparproduktes, das sicher und trotzdem flexibel sein sollte. Eine feste monatliche Sparrate sollte auf das Konto fließen.

Sein Ärger über die Beratung und das vereinbarte Produkt brachte Herrn P. nun in die Verbraucherzentrale. Statt eines zusätzlichen Sparkontos hat er nämlich einen Bausparvertrag über die stattliche Summe von 73 000 Euro eröffnet – und dafür eine Abschlussgebühr in Höhe von 1168 Euro gezahlt.

Dabei wollte Herr P. gar keinen Bausparvertrag. In insgesamt drei Gesprächen mit dem Postbank-Berater habe er mehrfach darauf hingewiesen, dass er in naher Zukunft kein Bauspardarlehen oder ähnliches benötige, versichert Herr P. Diese Hinweise seien mit dem Argument entkräftet worden, dass er ein Bauspardarlehen nicht in Anspruch nehmen müsse. Sollte er jedoch einmal in der Zukunft einen Kredit benötigen, habe er aber mit einem Bausparvertrag eine sichere Möglichkeit an der Hand.

Der Vertrag wurde im Januar 2016 geschlossen, also vor mehr als 14 Tagen. Ein Widerruf des Vertrages ist somit nicht mehr möglich. Der Bauspartarif sieht eine Verzinsung des Guthabens mit einem Prozent vor. Einen solchen Zins hätte Herr P. schon bei einigen Anbietern für ein normales Tagesgeldkonto bekommen. Warum die Bank Herrn P. dieses Produkt empfohlen hat, hat offensichtlich nur einen Grund: die Abschlussgebühr für den Berater. Die hat die Postbank bereits kassiert.

Wer also ein bestimmtes Finanzprodukt sucht, sollte zunächst einen passenden Berater oder eine Beraterin wählen. Ansonsten könnte ein Vertragsabschluss teuer werden.

An dieser Stelle berichten Experten von der Verbraucherzentrale Bremen über Themen aus der Finanz- und Versicherungswelt.

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