Tarife Thüringen übernimmt Metall-Pilotabschluss

Erfurt. Die Lohn- und Gehaltssteigerungen des Pilotabschlusses von Nordrhein-Westfalen werden auch für die Beschäftigen der Thüringer Metall- und Elektroindustrie übernommen. Darauf haben sich Arbeitgeberverband und IG Metall in Erfurt geeinigt.
04.03.2010, 11:10
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Erfurt. Die Lohn- und Gehaltssteigerungen des Pilotabschlusses von Nordrhein-Westfalen werden auch für die Beschäftigen der Thüringer Metall- und Elektroindustrie übernommen. Darauf haben sich Arbeitgeberverband und IG Metall in Erfurt geeinigt.

Der Pilotabschluss ermöglicht tarifliche Kurzarbeit und sieht 2010 eine Nullrunde bei einer Einmalzahlung von 320 Euro vor. Für das kommende Jahr ist von April an eine zwölfmonatige Lohnsteigerung von 2,7 Prozent geplant. Der Vertrag endet im Juni 2012. In der Thüringer Branche arbeiten etwa 21 000 Menschen in tarifgebundenen Unternehmen.

Die IG Metall wertet die Vereinbarung als «starken Abschluss einer starken IG Metall in schwieriger Zeit». Bezirksleiter Armin Schild sagte laut Mitteilung: «Wir konnten angemessene Tariferhöhungen durchsetzen. (...) Mit den Regelungen zur Beschäftigungssicherung sind gute Voraussetzungen geschaffen, um ohne Entlassungen durch die Krise zu kommen.» Die Arbeitgeber sollten nun diesen Spielraum nutzen.

Auch für die Arbeitgeber bedeute die Übernahme des Pilotabschlusses in einer konjunkturschwachen Zeit eine gewisse Planungssicherheit. Verhandlungsführer Wolfgang Zahn sagte in einer Mitteilung, man wollte mit dem Tarifvertrag ein Zeichen für zeitgemäßes Krisenmanagement setzen. «Der jetzt gefundene Kompromiss verlang von beiden Seiten Zugeständnisse. Aber nur so kann der Krise begegnet werden.»

Die Tarifvertragsparteien in Thüringen wollen zudem bis Ende Juni dieses Jahres darüber beraten, wie sie Weiterbildung fördern und Fachkräftemangel vermeiden können.

Mitte Februar hatten die Arbeitgeber und die IG Metall in Nordrhein-Westfalen in einem Rekordtempo bereits in der zweiten Verhandlungsrunde ein Ergebnis erzielt. Ziel der neuen Tarifverträge ist es, mögliche Massenentlassungen abzuwenden. In der Metall- und Elektroindustrie sind bundesweit 3,4 Millionen Menschen tätig. (dpa)

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