Auto Toyota-Chef erscheint vor US-Kongressausschuss

Tokio/Washington/Köln. Nach Druck aus Washington wird Toyota-Chef Akio Toyoda nun doch persönlich vor einem Ausschuss des US-Kongresses erscheinen, um Rede und Antwort für die Pannenserie zu stehen. Er wollte direkt zum Kongress und zu den amerikanischen Bürgern sprechen, sagte Toyoda am späten Donnerstag.
19.02.2010, 13:50
Lesedauer: 2 Min
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Tokio/Washington/Köln. Nach Druck aus Washington wird Toyota-Chef Akio Toyoda nun doch persönlich vor einem Ausschuss des US-Kongresses erscheinen, um Rede und Antwort für die Pannenserie zu stehen. Er wollte direkt zum Kongress und zu den amerikanischen Bürgern sprechen, sagte Toyoda am späten Donnerstag.

Der Vorsitzende des Kongressausschusses, Edolphus Towns, hatte Toyoda persönlich eingeladen, nachdem dieser eigentlich der Anhörung fernbleiben wollte. An seiner Stelle sollte der US-Landeschef kommen. Die Anhörung am 24. Februar läuft unter dem Titel «Toyotas Gaspedale: Ist die Öffentlichkeit in Gefahr?» Auch weitere Anhörungen sind angesetzt.

Die US-Behörde für Verkehrssicherheit hatte am Dienstag ein offizielles Ermittlungsverfahren wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten gestartet. Die Behörde verlangt von dem Autobauer Einsicht in interne Dokumente. Die Beamten wollen herausfinden, ob Toyota schnell genug auf die gefährlichen Defekte reagiert hat.

Weltweit hat der Hersteller wegen diverser Mängel insgesamt rund 8,5 Millionen Autos in die Werkstätten beordert, die meisten Fahrzeuge davon auf dem wichtigen US-Markt. Neben dem Problem, dass Autos zum Teil ungewollt beschleunigten, setzten Bremsen bei Wagen mit Hybrid-Antrieben aus und Antriebswellen rissen aus der Verankerung. Zudem steht die Lenk-Unterstützung bei rund einer halben Million Corolla-Kompaktwagen im Verdacht, zeitweise ausfallen zu können.

Die Pannenserie hat Toyotas Image schwer beschädigt. Bei den Händlern dies- und jenseits des Atlantiks bleiben die Kunden aus. In Deutschland erwägt Toyota jetzt auch, die Käufer durch Rabatte zu locken. «Höhere Anreize sind eine Möglichkeit», sagte Landeschef Alain Uyttenhoven der «Financial Times Deutschland». An regelrechten Rabattschlachten wolle er sich aber nicht beteiligen. «70 Prozent der Toyota-Fahrer sind loyal, die restlichen 30 Prozent zögern und liebäugeln mit anderen Marken», sagte Deutschland-Chef Uyttenhoven zum Anteil verunsicherter Kunden.

Der Reigen der Rückrufe hatte im vergangenen September begonnen, als Toyota davor warnte, dass sich Fußmatten so mit dem Gaspedal verkeilen könnten, dass der Wagen unkontrolliert beschleunige. Später musste der Hersteller weitere Modellreihen wegen des gleichen Problems zurückbeordern. Anfang des Jahres kamen zu den Mängeln Gaspedale hinzu, die von sich aus in gedrückter Stellung festhiegen.

In Europa hat Toyota inzwischen zugegeben, dass sich schon 2008 eine ganze Reihe von Kunden wegen der klemmenden Pedale beschwert haben; 2009 sei daraufhin das Design bei der Produktion geändert worden. In den USA wurden derweil die klemmenden Pedale bis zum Rückruf Mitte Januar weiter verbaut. (dpa)

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