„Trends möglichst früh erkennen“

Ob sich die immer wieder mal zitierte Rivalität zwischen Bremen und Hamburg auch auf Kühne + Nagel überträgt – das Unternehmen ist in beiden Städten groß vertreten – darüber sprach Peter Hanuschke unter anderem mit Klaus-Michael Kühne, Mehrheitseigner des internationalen Logistikdienstleisters. Was sind die großen Herausforderungen für ein weltweit operierendes Unternehmen wie Kühne + Nagel, das auf stetiges Wachstum ausgerichtet ist?Klaus-Michael Kühne: Wir sind von den einzelnen Märkten, vom Welthandel und Regionen, die auch immer wieder dem Einfluss politischer Verwerfungen unterliegen können, abhängig. Das heißt für uns, wir müssen schnell reagieren, Marktentwicklungen antizipieren und Trends möglichst früh erkennen.
29.01.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Ob sich die immer wieder mal zitierte Rivalität zwischen Bremen und Hamburg auch auf Kühne + Nagel überträgt – das Unternehmen ist in beiden Städten groß vertreten – darüber sprach Peter Hanuschke unter anderem mit Klaus-Michael Kühne, Mehrheitseigner des internationalen Logistikdienstleisters.

Was sind die großen Herausforderungen für ein weltweit operierendes Unternehmen wie Kühne + Nagel, das auf stetiges Wachstum ausgerichtet ist?

Klaus-Michael Kühne: Wir sind von den einzelnen Märkten, vom Welthandel und Regionen, die auch immer wieder dem Einfluss politischer Verwerfungen unterliegen können, abhängig. Das heißt für uns, wir müssen schnell reagieren, Marktentwicklungen antizipieren und Trends möglichst früh erkennen. Das gilt auch für erfreuliche Entwicklungen, etwa den Märkten in Lateinamerika mit überdurchschnittlichem Wachstum. Da sind wir dann sehr schnell präsent. Wir haben es aufgrund unserer breiten Dienstleistungspalette und Präsenz in der Vergangenheit immer wieder geschafft, uns auf neue Märkte zu konzentrieren. Und diese Flexibilität werden wir uns auch in der Zukunft bewahren.

Wird sich Kühne + Nagel auch ganz neuen Geschäftsfeldern widmen?

Nein. Wir bleiben nur Dienstleister in der Logistik – das Gebiet ist aber vielfältig genug. Es geht uns auch nicht primär darum, immer wieder neue Kunden zu finden, sondern darum, unsere Beziehungen zu unseren bestehenden Kunden weiter auszubauen. Wir verfolgen die ganzheitliche Logistik, also die gesamte Transportkette zu managen. Da geht es vor allem auch darum, die Kosten zu optimieren, und deshalb benötigen wir für alle Bereiche gut geschulte Mitarbeiter.

Finden Sie genügend Fachkräfte?

Ich habe vom Unternehmen unabhängig über meine Stiftung eine eigene Logistik-Universität vor viereinhalb Jahren gegründet. Davon profitieren wir, aber auch die gesamte Branche. Außerdem schulen und bilden wir im Unternehmen selbst sehr viele Mitarbeiter

aus. Da wir aber international aufgestellt sind, haben wir auch den Vorteil, auf Personal in den jeweiligen Ländern zurückgreifen zu können.

Wenn es um Hamburg und Bremen geht, ist immer von einer ausgeprägten Rivalität die Rede. Macht sich das im Unternehmen bemerkbar?

Früher war diese Rivalität sicherlich im hohen Maße vorhanden, aber das liegt Jahrzehnte zurück. Jeder Standort hat seine Fachkompetenzen, die für das Funktionieren der verschiedenen Transportketten sorgen. Und in einem Unternehmen, das in über 100 Ländern vertreten ist, ist kein Platz für Rivalitäten zwischen zwei Standorten. Bei uns geht es um Teamwork.

Bekanntlich schlägt Ihr Herz für den HSV, was wünschen Sie dem SV Werder?

Dass der Verein nicht absteigt, er ist genauso wichtig für die Bundesliga wie der HSV.

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