Auto Trotz Flaute: Auto-Markt liefert glänzende Bilanzen

Berlin. Die Schwergewichte der deutschen Autoindustrie liefern glänzende Zahlen. Dass die Flaute auf dem Inlandsmarkt weitergeht, kann ihnen da wenig anhaben. Nun schwächt sich allerdings auch das rasante Exportwachstum etwas ab, was die Stimmung trübt.
03.08.2010, 17:40
Lesedauer: 2 Min
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Berlin. Die Schwergewichte der deutschen Autoindustrie liefern glänzende Zahlen. Dass die Flaute auf dem Inlandsmarkt weitergeht, kann ihnen da wenig anhaben. Nun schwächt sich allerdings auch das rasante Exportwachstum etwas ab, was die Stimmung trübt.

Derweil lag im Inland die Zahl der Neuzulassungen im Juli um 30 Prozent unter dem Vorjahresstand. Vor diesem Hintergrund weisen die Hersteller Forderungen zurück, sie sollten sich nachträglich an den Kosten der Abwrackprämie beteiligen. Gerade die Mittelständler in der Zuliefererbranche hätten die Krise noch längst nicht weggesteckt, argumentieren sie. Der Pkw- Inlandsmarkt sei weiterhin in einer schwachen Verfassung.

Im Juli sank die Zahl der Pkw-Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 30 Prozent auf rund 237 400 Fahrzeuge, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg mitteilte. In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden damit in Deutschland gut 1,7 Millionen Pkw zugelassen. Das waren 29 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum - damals hatte die Abwrackprämie den Verkauf kräftig angeschoben.

Auf dem deutschen Automarkt hatten im Juli Porsche und Mercedes die Nase vorn: Mit einem Plus von 14,3 Prozent bei Porsche und 8,1 Prozent bei Mercedes gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres waren die beiden Hersteller die Gewinner bei den Neuzulassungen, wie das KBA ermittelte.

Trotz des insgesamt weiter schwachen Inlandsabsatzes stehen die deutschen Hersteller deutlich besser da als vor einem Jahr - gerade Premiummodelle made in Germany sind im Ausland gefragt. Und so präsentierte am Dienstag - nach Daimler und Audi - auch der Autobauer BMW kräftige Gewinne: Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum steigerten die Bayern ihren Umsatz im zweiten Quartal um 18,3 Prozent auf rund 15,3 Milliarden Euro. Unter dem Strich steht bei BMW ein Gewinn von 834 Millionen Euro, nach nur 121 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Die deutschen Auto-Exporte wuchsen im Juli nicht mehr so rasant wie zuvor: Die Ausfuhren stiegen um sechs Prozent auf 312 400 Wagen, die Auftragseingänge aus dem Ausland lagen um 14 Prozent im Plus, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte. Nach den Worten von VDA-Präsident Matthias Wissmann dürfte sich die robuste Lage auf den internationalen Märkten positiv auf die Pkw-Fertigung 2010 in Deutschland auswirken, gleiches gelte für eine Aufhellung auf dem Inlandsmarkt, die zum Jahresende erwartet wird. Im Juli lag die Produktion fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, in dem es aber keine Werksferien gab.

Weil es den Autobauern wieder besser geht, fordern Politiker aus CDU und FDP nun Geld zurück, das der Staat 2009 als Abwrackprämie an Neuwagenkäufer gezahlt hatte. «Angesichts der sprudelnden Gewinne sollte die Autoindustrie an den Kosten der Abwrackprämie beteiligt werden», forderte der CDU-Bundestagsabgeordnete und Haushaltspolitiker Alexander Funk in der «Bild»-Zeitung (Dienstag).

Der Hersteller-Verband VDA lehnte eine nachträgliche Kostenübernahme ab: Die Prämie habe «im schlimmsten Krisenjahr 2009 die Inlandsnachfrage stabilisiert und damit Beschäftigung gesichert». Zudem hätten sich die Ausgaben für den Staat bereits weitgehend durch höhere Mehrwertsteuereinnahmen und geringere Belastungen im Sozialetat ausgeglichen. Auch bestehe «weltweit Einigkeit, dass die Bundesregierung in der Finanzkrise angemessen reagiert» habe. Dies solle «im üblichen Sommertheater nicht zerredet» werden.

Die Abwrackprämie war Anfang 2009 beschlossen worden. Die damals regierende Koalition aus CDU/CSU und SPD hatte insgesamt fünf Milliarden Euro bereitgestellt, um den Kauf von Neuwagen zu fördern und die Autoindustrie in der Wirtschaftskrise zu stützen. (dpa)

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