Deutsche Annington legt Angebot vor

Übernahme-Offerte für Gagfah

Bochum. Der Immobilienkonzern Deutsche Annington treibt die geplante Übernahme des Konkurrenten Gagfah voran. Gestern legte das Bochumer Wohnungsunternehmen den Gagfah-Anteilseignern seine Kaufofferte vor.
20.12.2014, 00:00
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Von Peter Lessmann

Der Immobilienkonzern Deutsche Annington treibt die geplante Übernahme des Konkurrenten Gagfah voran. Gestern legte das Bochumer Wohnungsunternehmen den Gagfah-Anteilseignern seine Kaufofferte vor. Für 14 Gagfah-Papiere werden den Aktionären 122,52 Euro in bar plus fünf neue Aktien der Deutschen Annington geboten. Die Frist für die freiwillige Übernahmeofferte läuft bis zum 21. Januar, teilte Annington mit. Diese Kombination aus Bar- und Aktienofferte entspricht einem Betrag von 18 Euro je Gagfah-Aktie. Das Angebot enthalte eine Prämie von 16 Prozent bezogen auf den Schlusskurs der Gagfah-Aktien von Ende November, hieß es.

Anfang Dezember hatten beide Unternehmen ihre Pläne für den Zusammenschluss angekündigt. Hierdurch wird auf dem deutschen Markt ein neuer Immobilienriese mit 350 000 Wohnungen entstehen. Den gemeinsamen Wert des Portfolios beziffern die Unternehmen auf 21 Milliarden Euro. Durch die Übernahme versprechen sich die Gesellschaften Einsparungen von 84 Millionen Euro im Jahr. Allerdings würden zunächst auch Belastungen in einer Größenordnung von 310 Millionen Euro anfallen.

Der Abbau von Arbeitsplätzen stehe nicht im Vordergrund, hieß es bei den Unternehmen schon bei der Bekanntgabe der Übernahmepläne. Einen Bericht des „Manager Magazins“ über einen drohenden drastischen Jobabbau wies eine Annington-Sprecherin entschieden zurück. Langfristig könnten in dem gemeinsamen Unternehmen sogar zusätzliche Jobs geschaffen werden. Die Gagfah mit Sitz in Essen beschäftigt insgesamt 1500 Menschen, die Deutsche Annington kommt auf 3400 Mitarbeiter.

Die Deutsche Annington hat ihre Wurzeln in den Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften, die für Arbeiter, Angestellte und Beamte der damaligen Reichsbahn erschwinglichen Wohnraum bauten. Die heutige Gagfah ist aus der 1918 gegründeten Gemeinnützigen Aktien-Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten hervorgegangen.

Sie war 2004 von der damaligen Eigentümerin, der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), an den Finanzinvestor Fortress verkauft worden.

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