Erneuerbare Energien Umweltschutz beginnt im eigenen Keller

Umweltschutz und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien ist fast für jeden ein wichtiges Thema. Es gibt kaum Verbraucher, die sich nicht den ­einen oder anderen Gedanken um das Sparen von Strom, Öko-­produkte beim Wocheneinkauf und ähnliches mehr machen.
17.09.2017, 00:00
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Von Kristina Bumb

Umweltschutz und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien ist fast für jeden ein wichtiges Thema. Es gibt kaum Verbraucher, die sich nicht den ­einen oder anderen Gedanken um das Sparen von Strom, Öko-­produkte beim Wocheneinkauf und ähnliches mehr machen.

Doch diese sinnvollen Über­legungen enden oft vor der ­eigenen Kellertür. Denn von insgesamt 21 Millionen Heizungen in Deutschland sind zwei Drittel ­
20 Jahre alt und älter – „und
damit nicht mehr Stand der Technik“, sagt Lothar Breidenbach, Geschäftsführer Technik im Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) in Köln. Die Sanierungsquote bei gasbasierten Heizungen betrage ­lediglich rund drei Prozent im Jahr, die von Ölheizungen rund ein Prozent pro Jahr. Kurzum: Hausbesitzer tauschen eine ­Heizung zumeist erst aus, wenn sie kaputt ist.

Dabei entfällt nach Angaben des BDH ein Drittel des deutschen Endenergieverbrauchs auf Raumwärme und Warmwasser. Für den Erfolg der Energiewende ist es demnach unerlässlich, auch den größten Energieverbrauchssektor Deutschlands technisch auf Vordermann zu bringen. Sinkende Heizkosten sind nicht nur gut für den Klima- und Ressourcenschutz, auch Hauseigentümer und Mieter profitieren davon.

Das Problem: Wer die Mittel hat, denkt nicht sofort an die ­Heizung. „Das Geld ist da, und es wird auch investiert“ – aber eher in ein neues Auto oder eine schicke Küche“, berichtet Frank Ebisch vom Zentralverband ­Sanitär Heizung Klima. Dabei sind mit der Investition in eine ­moderne Heizung langfristig ­erhebliche Ersparnisse bei den Betriebskosten möglich.

Dazu kommt, dass die wenigsten Heizungsanlagen richtig eingestellt sind. Und es droht bei dem veralteten Bestand oft das überraschende Aus. „Eine alte Anlage gibt nun mal den Geist auf, wenn sie stark beansprucht wird“, erklärt Heizungsexperte Ebisch. Also meist im Winter.

Wer also eine solche Anlage besitzt, sollte sich schon vor dem Ernstfall Gedanken um eine ­Erneuerung machen. Öl- oder Gasheizkessel werden heute durch öl- oder gasbasierte Brennwerttechnik ausgetauscht. Diese ist energieeffizienter als die alten Niedertemperaturkessel. Der BDH spricht von möglichen Einsparungen von 30 Prozent der Energiekosten. Wer auf einen noch umweltschonen­deren Holzkessel, der Pellets oder Hackschnitzel verwertet, oder eine Wärmepumpe umrüsten will, sollte sich vorab intensiv informieren. Denn die Umstellung von fossilen Energieträgern auf die neue Technik lässt sich nicht von ­einen Tag auf den anderen realisieren. Wärmepumpen nutzen natürliche Erd- oder Luftwärme, um das Wasser des Heizsystems zu erhitzen.
Betrieben werden sie in der
Regel mit Strom. Dieser sollte aus erneuerbaren Energien stammen, damit am Ende die Öko­bilanz stimmt.

Eine sinnvolle Ergänzung zur Neuerung im Keller kann die ­Solaranlage auf dem Dach sein. Sie unterstützt die Heizung oder erzeugt Strom. Solarthermie ­lasse sich zwar bei praktisch ­allen Heiztechnologien noch nachrüsten, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer vom ­Bundesverband Solarwirtschaft. „Effizienter und preiswerter ist es jedoch, im Falle einer Heizungsmodernisierung gleich auf eine Kombination zu setzen, da das Gesamtsystem dann gleich optimal aufeinander angepasst werden kann.“

BDH-Sprecher Frederic Leers fasst zusammen: „Viele Hausbesitzer haben kein Gespür dafür, wie es um den energetischen ­Zustand ihrer Heizung bestellt ist.“ Daher raten die Experten, den Heizungsbauer oder Schornsteinfeger beim nächsten Routinetermin um eine Einschätzung zur Gesamtsituation und zum energetischen Zustand der ­Heizung zu bitten.

Es kann dann auch sein, dass der Experte erst mal nicht den Austausch, sondern eine Optimierung der Anlage etwa durch einen hydraulischen Abgleich vorschlägt. Dabei stellt der ­Sanitärfachmann die Anlage neu ein. Dafür ist ein Kostenzuschuss von 30 Prozent durch den Staat möglich. Danach seien bei den Betriebskosten Einsparungen von bis zu zehn Prozent möglich.

Der Austausch von Komponenten und das Modernisieren der Heizungen lässt sich in
vielen weiteren Fällen mit staat­lichen Fördergeldern und zinsgünstigen Krediten kofinanzieren. Bei vielen Angeboten müssen Hausbesitzer vor Beginn der Arbeiten einen Antrag stellen ­sowie bestimmte Standards ­erfüllen. Fachfirmen vor Ort helfen den Haus- und Wohnungsbesitzern auch in diesen Fällen weiter.

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