Defizite in der Kooperation zwischen Hochschulen und Wirtschaft „Ungenutztes Potenzial“

Bremen. Ein gutes Zusammenspiel von regionalen Unternehmen und den Bremer Hochschulen ist für die Wettbewerbsfähigkeit wichtig – in diesem Punkt waren sich die prominenten Teilnehmer der Podiumsdiskussion im Schuppen eins in der Überseestadt einig. Der Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung hatte am Mittwochabend zu der Veranstaltung „Die Bedeutung der bremischen Hochschulen für die regionale Wirtschaft“ geladen.
21.02.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Swantje Friedrich

Ein gutes Zusammenspiel von regionalen Unternehmen und den Bremer Hochschulen ist für die Wettbewerbsfähigkeit wichtig – in diesem Punkt waren sich die prominenten Teilnehmer der Podiumsdiskussion im Schuppen eins in der Überseestadt einig. Der Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung hatte am Mittwochabend zu der Veranstaltung „Die Bedeutung der bremischen Hochschulen für die regionale Wirtschaft“ geladen. Gekommen waren Bildungs- und Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt, Bernd Scholz-Reiter, Rektor der Universität Bremen, Karin Luckey, Rektorin der Hochschule Bremen, sowie die neue Präsidentin der Jacobs University Katja Windt. Als einziger Wirtschaftsvertreter saß Manfred Meise, Geschäftsführer der Hella Fahrzeugkomponenten GmbH, in der Runde.

Ob Auftragsforschung, gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte oder Stipendien – die hiesigen Hochschulen kooperieren mit regionalen Unternehmen bereits auf vielfältige Weise. Dennoch ließ Quante-Brandt auf der Bühne verlauten: „Da ist noch einiges ungenutztes Potenzial.“ Das Land stelle für seine Hochschulen mit 320 Millionen Euro fast zehn Prozent seiner Gesamthaushaltsausgaben zur Verfügung, man sei aber auch auf die Wirtschaft angewiesen und wolle um die Unterstützung der regionalen Unternehmen werben. Bremen profitiere enorm von seiner Hochschullandschaft, deren wirtschaftliche Bedeutung mit der der Automobilindustrie vergleichbar sei, so Quante.

Besonders die Kooperation zwischen kleinen und mittelständischen Unternehmen und Hochschulen soll nach Aussagen der Hochschulvertreter stärker gefördert werden. Als private Hochschule müsse sich die Jacobs University besonders um Drittmittel aus der Wirtschaft bemühen, betonte Katja Windt, die Bildungseinrichtung seit diesem Monat leitet. Dabei wolle man künftig auch das Potenzial von kleineren Kooperationspartnern verstärkt nutzen. Dafür seien jedoch „konkretere Angebote an die Unternehmen“ erforderlich, so Windt. „Viele kleine und mittelständische Unternehmen wissen bisher nicht, was sie mit den Hochschulen anfangen können“, bestätigte auch Hella-Chef Manfred Meise.

2013 hatte der Wissenschaftsrat eine Empfehlung veröffentlicht, in der er sich dafür aussprach, dass die anwendungsbezogene und industrienahe Forschung durch eine bessere Einbeziehung der Wirtschaft gestärkt werden soll. Seitdem sind einige neue Kooperationsprojekte angelaufen. Die Hochschule Bremen etwa rief das Projekt „ClusTra“ ins Leben, bei dem sich Unternehmensvertreter und Professoren in mehreren Workshops über Wissens- und Technologietransfer austauschten.

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