Ausstieg aus Anlage noch möglich Urteil gegen „Gold-Aktie“

Bremen. Bereits 2012 hatten sich einige Verbraucher über den Anbieter Gold international SE aus Düsseldorf bei der Verbraucherzentrale Bremen beschwert. Das Unternehmen fiel mit Werbeanrufen für vorbörsliche Aktien unangenehm auf.
20.04.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Thomas Mai

Bereits 2012 hatten sich einige Verbraucher über den Anbieter Gold international SE aus Düsseldorf bei der Verbraucherzentrale Bremen beschwert. Das Unternehmen fiel mit Werbeanrufen für vorbörsliche Aktien unangenehm auf. Nicht nur, dass eine solche Anlage hochriskant ist, auch die Art und Weise, mit der Verbraucher umworben wurden und es zum Vertragsabschluss kam, missfiel vielen.

Das OLG Düsseldorf hat Gold international nun Anfang des Jahres untersagt, im geschäftlichen Verkehr Verbraucher unter der privaten Telefonnummer anzurufen oder anrufen zu lassen, um bestimmte Spar- und Reservierungspläne zum Erwerb von Aktien anzubieten oder anbieten zu lassen – falls es hierzu vorab nicht die Einwilligung des angerufenen Verbrauchers gab. Zudem wurde dem Unternehmen untersagt, Verbrauchern Unterlagen zum Abschluss eines Spar- und Reservierungsplans zum Erwerb von Aktien im Postident-Verfahren zuzuleiten. Viele Angerufene ließen sich nämlich im Laufe des Gesprächs darauf ein, sich vermeintlich unverbindliche Informationen zusenden zu lassen. Tatsächlich aber unterschrieben sie einige Tage später an der Haustür statt der üblichen Empfangsbestätigung von Sendungen bereits eine Vertragsannahme.

Das Unternehmen meldete sich ganz bewusst erst nach Ablauf der 14-tägigen Widerrufsfrist mit der Aufforderung zur Zahlung. Betroffene fielen aus allen Wolken, da sie nicht ahnten, wie der Vertrag eigentlich zustande kam. Der Anbieter kann sich nach diesem Urteil auch nicht mehr auf die Richtigkeit der Widerrufsbelehrung berufen. Diese war nämlich fehlerhaft. Folglich können Verbraucher mit solchen Verträgen auch noch heute aussteigen. Zumindest sollte man diese Möglichkeit prüfen. In der Regel müsste ein schriftlicher Widerruf erklärt und durchgesetzt werden. Im Übrigen: Trotz extrem niedriger Zinsen sollte man sich nicht zu Geldanlagen überreden lassen, deren Risiken unklar sind. Falls jemand eine angeblich fabelhafte hoch rentable Geldanlage mit geringem Risiko anbietet, sollte man sich vorab bei Verbraucherzentralen informieren.

An dieser Stelle berichten Experten von der Verbraucherzentrale Bremen über Themen aus der Finanz- und Versicherungswelt.

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