Studie belegt erhebliche Preisunterschiede bei Kfz-Versicherungstarifen Vergleichen lohnt sich

Berlin. In 30 Städten hat die Hochschule für Wirtschaft und Recht die Preissituation in der Kfz-Versicherung an Hand von jeweils zehn Musterkunden mit unterschiedlichen Fahrzeugen untersucht. „Erneut konnten wir mit der Studie belegen, dass zwischen Versicherungstarifen erhebliche Preisunterschiede zwischen den einzelnen Musterkunden und Regionen bestehen“, sagt Studienautor Thomas Köhne, Fachleiter Versicherung an der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht.
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Von Olaf Grahl

Berlin. In 30 Städten hat die Hochschule für Wirtschaft und Recht die Preissituation in der Kfz-Versicherung an Hand von jeweils zehn Musterkunden mit unterschiedlichen Fahrzeugen untersucht. „Erneut konnten wir mit der Studie belegen, dass zwischen Versicherungstarifen erhebliche Preisunterschiede zwischen den einzelnen Musterkunden und Regionen bestehen“, sagt Studienautor Thomas Köhne, Fachleiter Versicherung an der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht. Die Studie entstand im Auftrag des Direktversicherers direct line. „Wir wollen den Markt transparenter machen und dem Verbraucher zeigen, dass man bares Geld sparen kann“, sagt Vorstand Paul Sooth. Insgesamt wurden mehr als 50 000 Tarifkalkulationen berechnet. Unter den 30 Städten gelten Bremen, Halle, Hannover und Trier als günstig, ergab die Studie. Der Preisunterschied zwischen günstigstem und teuerstem Angebot im Durchschnitt aller zehn Musterkunden beträgt in Bremen 1154 Euro. Damit liegt die Stadt im unteren Drittel der 30 untersuchten Orte.

An Hand der durchschnittlichen Prämien kann man sehen, ob man mit seinem bisherigen Versicherungsbeitrag über oder unter dem durchschnittlichen Tarifbeitrag liegt. Bis auf den Studenten sind darin neben der Haftpflicht auch Teil- und Vollkasko mit einer üblichen Selbstbeteiligung von 150 oder 300 Euro enthalten. Der Ford Focus, der Golf VII und der Opel Corsa haben nur eine Teilkasko-Versicherung, der Student hat nur eine Haftpflichtpolice. Viele Tarife haben zusätzlich einen Schutzbrief, der zusätzliche Hilfe bei einer Panne verspricht. Wer das schon von einem Automobilklub hat, kann auf diese Leistung verzichten. Das Einsparpotenzial ist die Differenz zwischen dem durchschnittlichen Tarifangebot und dem günstigsten Tarifangebot. Im bundesweiten Durchschnitt kommt die Studie zu einem minimalen Einsparpotenzial von rund 250 Euro.

Wer also bei einem vergleichbaren Fahrzeug über dem Durchschnittspreis liegt, hat gute Gründe nach einem günstigeren Anbieter zu suchen. Der Studienautor empfiehlt dafür das Vergleichsportal NAFI (www.nafiauto.de), mit dem auch die Berechnungen durchgeführt wurden, weil es dort das umfangreichste Tarifangebot gibt. Alternativen sind Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox. Um einen wirklichen Marktüberblick zu bekommen, sollte man zwei dieser Vergleichsportale nutzen, denn nicht alle Versicherer stellen ihre Daten allen Portalen zur Verfügung. Meist können die Eingaben auch gespeichert werden, sodass man sie im nächsten Jahr nicht alle wiederholen muss.

Bis zum 30. November kann beim alten Anbieter gekündigt werden. Aber man sollte bereits die Zusage von einem neuen Versicherer haben, bevor man die Kündigung abschickt, raten Verbraucherschützer. Wenn der Versicherer die Prämie erhöht, kann man auch nach diesem Stichtag noch kündigen. Es gilt dann eine Frist von einem Monat nach Zugang der Rechnung. Manche Versicherer tricksen, indem sie auf dem Beitragsbescheid ein konkretes Datum vermeiden. Dann den Umschlag mit dem Poststempel aufbewahren.

Die angegebenen Preise können nur als Richtwerte gesehen werden, denn 30 bis 40 Merkmale des Fahrers und des Fahrzeuges bestimmen die Versicherungsprämie. In der Untersuchung gibt es die geringsten Preisunterschiede bei dem Zweitwagen der Ehefrau, weil die Versicherer wohl bei dieser Modellkundin ein sehr geringes Risiko unterstellen. Die höchsten Preisunterschiede und das dritthöchste Einsparpotenzial ergeben sich bei dem BMW-Fahrer. Das liegt auch an der gewerblichen Nutzung des Autos. Zusammen mit der hohen Kilometerleistung im Jahr wird darin ein höheres Risiko gesehen. Jeder zweite Modellkunde hat einen beliebigen Fahrerkreis. Auch ein solches Merkmal verteuert die Versicherungsprämie. Wesentlich günstiger wird es, wenn nur die Ehepartner das Auto fahren. Sobald auch Sohn oder Tochter selbst fahren wollen, wird es schon teurer.

Bei der Suche nach einer passenden Kfz-Versicherung sollte jedoch nicht allein der Preis ausschlaggebend sein, sondern auch der Leistungsumfang sowie eine einfache Regulierung im Schadenfall.

Außerdem zahlt es sich aus, wenn man die Faktoren kennt, die die Versicherungsprämie verteuern oder reduzieren. Neben Zulassungsort, Fahrzeugtyp; Fahrleistung und Schadenfreiheitsklasse (SF) des Versicherungsnehmers sind das auch Kriterien, die man als Kunde beeinflussen kann. Wem ein individueller Vergleich zu viel Aufwand ist, kann einen anderen Trick versuchen. Schon ein Anruf bei der Versicherung kann zu einem günstigeren Tarif führen.

„Wir wollen den Markt transparenter machen“ Paul Sooth, Vorstand direkt line
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