Um fünf weitere Jahre Vertrag von Bahnchef Lutz soll verlängert werden

Die Corona-Krise hat auch die Bahn schwer getroffen. Die Bundesregierung hält in diesen Krisenzeiten am Chef des bundeseigenen Konzerns fest.
12.02.2021, 03:53
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Mitten in der Corona-Krise soll der Vertrag von Richard Lutz als Chef der Deutschen Bahn verlängert werden. Das berichtete das Nachrichtenportal „ThePioneer“.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) seien sich darüber einig. Dies wurde der dpa in Regierungskreisen bestätigt. Lutz ist seit März 2017 Vorstandsvorsitzender der bundeseigenen Deutschen Bahn. Der Vertrag des 56-Jährigen solle um fünf Jahre verlängert werden.

Vertragsverlängerungen solle es auch für die Vorstandsmitglieder Ronald Pofalla (Infrastruktur) und Berthold Huber (Personenverkehr) geben. Pofalla, der in diesem Jahr 62 wird, soll laut Bericht bis zum Erreichen der Altersgrenze im Vorstand bleiben. Die Verträge der drei wären laut Bericht in gut einem Jahr ausgelaufen. Die Entscheidung müsse offiziell noch vom Aufsichtsrat bestätigt werden.

Der Bahn macht ein drastischer Fahrgastrückgang in der Corona-Krise zu schaffen, daneben gibt es aber auch Probleme der Gütersparte sowie im Auslandsgeschäft. Die Bahn rechnet nach früheren Angaben aus Konzernkreisen für das Jahr 2020 mit einem Umsatzeinbruch und einem milliardenschweren Verlust. Der Bundestag hatte deswegen die Verschuldungsgrenze für die Bahn von bisher 30 Milliarden auf 35 Milliarden Euro bis Ende 2021 angehoben.

Der Bund plant außerdem eine milliardenschwere Eigenkapitalerhöhung bei dem bundeseigenen Konzern. Die EU-Kommission muss aber noch zustimmen, seit längerem gibt es dazu Verhandlungen.

Lutz wurde am 6. Mai 1964 als Sohn einer Eisenbahnerfamilie geboren. Er studierte Betriebswirtschaftslehre und ist seit 1994 bei der Bahn tätig. Im April 2010 wurde er zum Vorstand Finanzen und Controlling berufen. Seit März 2017 ist Lutz Vorsitzender des Vorstands der DB AG.

Die Bahn spielt eine wichtige Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, damit Klimaziele im Verkehrsbereich erreicht werden können. Die Zahl der Fahrgäste soll bis 2030 verdoppelt werden.

Im vergangenen Sommer hatten Politik, Gewerkschaften, Bahn-Unternehmen und Verbände einen „Schienenpakt“ unterzeichnet. Bahnkunden sollen demnach künftig einfacher und schneller ans Ziel kommen und die Züge pünktlicher werden. Ein zentrales Element dafür ist der „Deutschlandtakt“.

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist der Ausbau der Infrastruktur. Daher sollen etwa viel belastete Knotenpunkte ausgebaut werden, geplant sind daneben der Aus- und Neubau sowie die Reaktivierung von Strecken. Zum Erhalt des Schienennetzes hat der Bund seine Mittel deutlich erhöht. Außerdem will die Bundesregierung mehr Güter von der Straße auf die Schiene holen.

© dpa-infocom, dpa:210212-99-406804/4 (dpa)

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