Konjunktur Viele Firmen beenden Kurzarbeit

Nürnberg. Angesichts voller Auftragsbücher verzichten immer mehr deutsche Unternehmen auf Kurzarbeit. Bei den 30 Dax-Unternehmen gebe es derzeit nur noch rund 10 000 Beschäftigte, die kurz arbeiteten, berichtete die «BILD»-Zeitung (Freitag).
23.07.2010, 15:50
Lesedauer: 1 Min
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Nürnberg. Angesichts voller Auftragsbücher verzichten immer mehr deutsche Unternehmen auf Kurzarbeit. Bei den 30 Dax-Unternehmen gebe es derzeit nur noch rund 10 000 Beschäftigte, die kurz arbeiteten, berichtete die «BILD»-Zeitung (Freitag).

Bei vielen deutschen Konzernen deute sich bereits ein Fachkräftemangel an, geht aus einer Umfrage des «Handelsblatts» (Freitag) hervor. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) verzeichnet seit Monaten einen starken Rückgang der sogenannten konjunkturellen Kurzarbeit, die Unternehmen bei Auftragsflauten beantragen können.

Nach den letzten offiziellen Zahlen hatten im April 632 000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bezogen. Nach Einschätzung von Arbeitsmarktexperten dürfte die Zahl im Juli auf rund 400 000 gesunken sein. Im Mai 2009 hatten noch 1,5 Millionen Beschäftigte Kurzarbeitergeld bezogen.

Unter den großen deutschen Unternehmen beschäftigt nach «Bild»- Informationen derzeit der Lastwagenbauer MAN die meisten Kurzarbeiter; betroffen seien dort rund 8000 Beschäftigte. Bei ThyssenKrupp arbeiten noch 969 Beschäftigte kurz, bei der Lufthansa 600 und bei der Deutschen Post 124. Siemens hatte in der vergangenen Woche angekündigt, das Kriseninstrument Kurzarbeit zum 31. Juli bundesweit auslaufen zu lassen.

Auch bei Daimler spielt die Kurzarbeit fast keine Rolle mehr. «Bis auf einen kleinen Umfang haben wir die Kurzarbeit zum 30. Juni beendet», zitierte «Bild» den Personalvorstand Wilfried Porth. Gründe seien die gute Auftragslage und die sich weltweit erholenden Märkte. Auf dem Höhepunkt der Wirtschafts- und Finanzkrise hatte Daimler rund 41 000 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

Unterdessen suchen nach «Handelsblatt»-Informationen viele Unternehmen händeringend neue Mitarbeiter - vor allem Ingenieure. Bei den 30 größten deutschen börsennotierten Konzernen gebe es gut 10 000 freie Stellen. Vor drei Monaten seien es noch weniger als 5 000 gewesen. Gefragt sind Informatiker, Maschinenbauer, Elektrotechniker und Naturwissenschaftler. Die Autohersteller suchten vor allem Fachkräfte in den neuen Antriebstechnologien. (dpa)

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