Arbeitsmarkt Volkswirte: Arbeitslosigkeit im Januar gestiegen

Nürnberg. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist zum Jahresauftakt kräftig gestiegen. Im Januar seien rund 3,63 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit gewesen.
21.01.2010, 15:10
Lesedauer: 2 Min
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Nürnberg. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist zum Jahresauftakt kräftig gestiegen. Im Januar seien rund 3,63 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit gewesen.

Dies seien rund 350 000 mehr als im Dezember 2009 und 150 000 mehr als ein Jahr zuvor, berichteten am Donnerstag Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) am kommenden Donnerstag (28. Januar) in Nürnberg bekanntgeben.

Der Grund für die starke Zunahme sei fast ausschließlich der frostige und schneereiche Winter, betonten die Experten. Auf vielen Baustellen und im Landschafts- und Gartenbau ruhe deshalb die Arbeit. Auch in anderen witterungsabhängigen Branchen trennten sich Firmen zeitweise von ihren Mitarbeitern, die dann vorübergehend arbeitslos würden. «Der Januar ist immer der Höhepunkt des saisonalen Arbeitslosenanstiegs im Jahr», gab HypoVereinsbank-Volkswirt Alexander Koch zu bedenken.

Die Wirtschaftskrise wirke sich im Januar allerdings noch kaum aus, unterstrichen die Experten nahezu übereinstimmend. Noch immer puffere der hunderttausendfache Einsatz von Kurzarbeit und andere Formen der Arbeitszeitverkürzung die Konjunkturprobleme ab. Daher liege der Anstieg der Januar-Arbeitslosigkeit unter dem entsprechenden Vorjahresniveau.

Die weitere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird nach Einschätzung von DZ-Bank-Volkswirt Philipp Jäger davon abhängen, «ob sich der zarte Ansatz einer Aufwärtsentwicklung im Jahr 2010 zu einem selbsttragenden Aufschwung entwickeln wird». Für den Deutsche- Bank-Experten Stephan Bielmeier ist dabei klar: «Wenn die Konjunktur im Laufe dieses Jahres nicht anspringt, dann werden die Unternehmen gezwungen sein, die Kurzarbeit abzubauen und einen Teil ihrer Leute zu entlassen». Derzeit schreckten viele Firmen aus Angst vor einem Fachkräftemangel wie nach dem letzten Aufschwung davor zurück, meint Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld.

Die Fachleute rechnen daher für 2010 mit einer weiteren Zunahme der Arbeitslosigkeit. Allerdings werde es immer unwahrscheinlicher, dass dabei die Vier-Millionen-Marke überschritten wird. Im Jahresdurchschnitt 2010 dürfte die Arbeitslosigkeit zwischen 3,6 bis 3,8 Millionen liegen. Die Bundesagentur für Arbeit geht bislang von einem Wert von 4,1 Millionen aus, kündigte aber bereits eine Korrektur ihrer Prognose an.

Im Dezember 2009 war die Zahl der Jobsuchenden um 60 000 auf 3,276 Millionen gestiegen; dies entspricht einem Plus von 173 500 im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitslosenquote nahm im Dezember um 0,2 Punkte auf 7,8 Prozent zu. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 7,4 Prozent gelegen. (dpa)

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