Auftakt zur großen Abwehrschlacht

Vonovia will Deutsche Wohnen

Bochum·Frankfurt. Eigentlich schien alles in trockenen Tüchern. Mit dem Kauf der LEG Immobilien wollte die Deutsche Wohnen zum größten deutschen Wohnungsvermieter Vonovia aufschließen.
15.10.2015, 00:00
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Eigentlich schien alles in trockenen Tüchern. Mit dem Kauf der LEG Immobilien wollte die Deutsche Wohnen zum größten deutschen Wohnungsvermieter Vonovia aufschließen. Doch jetzt funkt Vonovia dazwischen: Für mindestens rund neun Milliarden Euro möchte der deutsche Marktführer und Dax-Neuling nun selbst die Deutsche Wohnen übernehmen. Diese jedoch lehnt barsch ab.

Es könnte der Auftakt zu einer großen Abwehrschlacht in der Branche werden. Und welche Folgen ein möglicher Deal für die Mieter hätte, ist ebenfalls noch ungewiss. Das Nachsehen hätte die LEG als die bisherige Nummer drei auf dem deutschen Immobilienmarkt. Erst im vergangenen Monat hatten die Frankfurter Deutsche Wohnen und die kleinere Düsseldorfer Rivalin LEG Immobilien ihren Zusammenschluss angekündigt. Auf einer Hauptversammlung müssen aber 75 Prozent der Aktionäre noch einer Kapitalerhöhung zustimmen, mit der das Unternehmen den Kauf finanzieren will. Und da kommt der Konkurrent Vonovia ins Spiel.

Vonovia-Chef Rolf Buch will aus dem bisherigen Marktführer und der Deutschen Wohnen als der Nummer zwei auf dem deutschen Immobilienmarkt einen neuen Giganten mit mehr als 510 000 Wohnungen schmieden. Vonovia verfügt nach einer ausgedehnten Einkaufstour selbst bereits über 370 000 Wohnungen, hinzu könnten rund 142 000 von der Deutschen Wohnen kommen. Weit abgeschlagen würde die LEG dann mit rund 110 000 Wohnungen folgen.

Buch versucht nun, den Deutsche-Wohnen-Aktionären die Übernahme mit einem Angebot aus Vonovia-Aktien und einer Barzahlung schmackhaft zu machen. Sollten sich die Anteilseigner der Deutschen Wohnen dafür entscheiden, müssten sie einen Zusammenschluss mit der LEG auf der Hauptversammlung scheitern lassen und könnten dann ein mögliches Vonovia-Angebot annehmen.

Erst im Februar 2016 könnte das Geschäft dann perfekt sein, wie Buch erklärt. Doch das Management der Deutsche Wohnen stellt sich gegen die Übernahme: Das Angebot sei „unattraktiv und inadäquat“, teilte das Unternehmen mit.

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