Aktuelle Angebote kritisch prüfen

Vorsicht bei Betriebsrenten

Bremen. Zur Stärkung und Verbreiterung der betrieblichen Altersvorsorge sind einige Reformvorschläge in der Diskussion, um den bisherigen und aktuellen Nachteilen und Hemmnissen für Verbraucher entgegenzuwirken. Um nur einige Beispiele zu nennen: Zum einen möchte man steuerliche Anreize noch verbessern, gewisse Abzüge im Alter verringern, dafür Arbeitnehmer aber künftig zwingen, aktiv für oder gegen einen Abschluss zu votieren.
22.08.2016, 00:00
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Von Thomas Mai

Bremen. Zur Stärkung und Verbreiterung der betrieblichen Altersvorsorge sind einige Reformvorschläge in der Diskussion, um den bisherigen und aktuellen Nachteilen und Hemmnissen für Verbraucher entgegenzuwirken. Um nur einige Beispiele zu nennen: Zum einen möchte man steuerliche Anreize noch verbessern, gewisse Abzüge im Alter verringern, dafür Arbeitnehmer aber künftig zwingen, aktiv für oder gegen einen Abschluss zu votieren.

Aus Sicht von Arbeitnehmern ist entscheidend, auf welche Informationsgrundlage sie sich dabei stützen. Wer spricht offen alle Vor- und Nachteile an, informiert umfassend und berät neutral, ob ein Angebot zur Betriebsrente tatsächlich passt? Arbeitgeber-, Vermittler- oder die Anbieterseite profitieren letztendlich von Abschlüssen.

Der bisherige Prozess von der ersten Information über ein Angebot bis zum konkreten Abschluss wird durch die Informationspolitik der Arbeitgeber- und Anbieterseite bestimmt. Herr B. wurde zum Beispiel kürzlich von einem Bremer Vermittler angeschrieben, den Beitrag für seine betriebliche Vorsorge zu erhöhen. Er müsse im Schreiben nur ankreuzen, ob er noch weitere 50 oder 100 Euro einzahlen möchte und es unterschrieben zurücksenden. Dass eine Beitragserhöhung nach hinten losgehen kann und er am Ende sogar mit weniger Geld dastehen könnte, davon ist keine Rede. Dies bedarf einer neutralen und fundierten Beratung, um das herauszufinden.

Darf man aber von der Anbieterseite erwarten, dass Vermittler in solchen Fällen vom eigenen Produkt abraten? Herrn K. liegt ein konkretes Angebot aus gleichem Hause vor, in dem ebenfalls nur die Vorteile angepriesen werden. Gravierende Nachteile werden verschwiegen und schon gar nicht berechnet. Besondere Vorsicht ist daher geboten, wenn nur die Vorteile angepriesen werden. In vielen Fällen kann es sich rechnen, aber bei Herrn K. führt die zusätzliche Betriebsrente zu so hohen Abzügen und Unwägbarkeiten bei Rentenbeginn, dass sich alle Vorteile in Luft auflösen. Zumal in diesem Fall nicht mal alle eingezahlten Beiträge garantiert werden, aber überdurchschnittlich hohe Kosten anfallen.

An dieser Stelle berichten Experten von der Verbraucherzentrale Bremen über Themen aus der Finanz- und Versicherungswelt.
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