Aus für 700 Zwickauer Beschäftige VW-Leiharbeiter müssen gehen

Zwickau. Volkswagen trennt sich im Werk Zwickau von knapp 700 Leiharbeitern und Beschäftigten mit befristeten Verträgen. Damit setze der Konzern seine angekündigten Streichungen zum 30.
01.07.2016, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Christiane Raatz

Zwickau. Volkswagen trennt sich im Werk Zwickau von knapp 700 Leiharbeitern und Beschäftigten mit befristeten Verträgen. Damit setze der Konzern seine angekündigten Streichungen zum 30. Juni um, sagte Betriebsrat Jens Rothe am Donnerstag. Zuvor hatte MDR Sachsen darüber berichtet. „Kein schöner Tag für Zwickau“, meinte Rothe.

Neben den Folgen der Diesel-Affäre mit Milliarden-Rückstellungen und einem steigenden Spardruck hat VW in Sachsen vor allem das Ende der Phaeton-Produktion in der Gläsernen Manufaktur in Dresden getroffen. „Als erstes mussten wir unsere Kollegen in Dresden auffangen“, sagte Rothe. Rund 400 Mitarbeiter konnten demnach in Zwickau und Chemnitz weiterbeschäftigt werden. Bereits im Dezember 2015 waren die Stellenstreichungen verkündet worden.

„Der Schritt ist uns nicht leichtgefallen“, sagte der Sprecher von VW Sachsen, Gunter Sandmann. Insgesamt beschäftigt VW in dem Bundesland rund 10 000 Mitarbeiter in der Stammbelegschaft – der Großteil von ihnen arbeitet in Zwickau.

Stefan Kademann von der IG Metall sprach von einer „bedauerlichen“ Entwicklung – und kritisierte zugleich den aus seiner Sicht mangelnden Schutz für Leiharbeiter. Die bisherigen Regelungen in den Unternehmen reichten nicht aus. Angesichts des „Dieselgate“ will sich VW neu ausrichten und bis zum Jahr 2025 Milliardensummen in Elektroautos, neue Dienstleistungen und autonomes Fahren investieren. Eine Rolle könnte dabei auch die Gläserne Manufaktur in Dresden spielen: Nach dem Auslaufen der Phaeton-Produktion dient die futuristisch anmutende Fabrik nun als „Schaufenster“ der Marke VW für Elektromobilität und Digitalisierung. Im Herbst soll die Entscheidung über die Zukunft der Manufaktur und eine künftige Produktion fallen.

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