Messen Wander-Urlaub bedeutender Wirtschaftsfaktor

Berlin. Das Wandern in Deutschland ist für Urlauber zwar preiswert - trotzdem aber ein immenser Wirtschaftsfaktor vor allem in ländlichen Gegenden. Jährlich geben Wanderer 11,2 Milliarden Euro aus, allein in den Regionen schafft dies 144 000 Arbeitsplätze.
12.03.2010, 13:52
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Berlin. Das Wandern in Deutschland ist für Urlauber zwar preiswert - trotzdem aber ein immenser Wirtschaftsfaktor vor allem in ländlichen Gegenden. Jährlich geben Wanderer 11,2 Milliarden Euro aus, allein in den Regionen schafft dies 144 000 Arbeitsplätze.

Dies ist die Kernbotschaft der ersten Grundlagenuntersuchung Wandern, die am Freitag auf der Reisemesse ITB in Berlin vorgestellt worden ist. «Die Studie zeigt uns deutlich, dass Wandern wenig kostet und viel bringt», sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Burgbacher (FDP).

Der Studie im Auftrag des Deutschen Wanderverbandes zufolge wandern fast 40 Millionen Deutsche. Jedes Jahr unternehmen sie rund 370 Millionen Tagesausflüge. Dazu kommen 8,7 Millionen reine Wandertouren oder Urlaube mit einzelnen Wanderausflügen. Auf jeden Wanderurlaub entfallen im Schnitt 3,5 Übernachtungen, so dass mehr als 30 Millionen Gästeübernachtungen im Jahr auf das Konto der Wanderurlauber gehen.

Die Tagesausflügler geben zusammen rund 5,7 Milliarden Euro in den Zielgebieten aus. Hinzu kommen 1,7 Milliarden Euro für mehrtägige Wanderreisen. Die Wanderregionen können sich damit über Umsätze von zusammen fast 7,5 Milliarden Euro freuen. Daneben rechnet die Studie mit rund 3,7 Milliarden Euro für Ausrüstung wie Schuhe oder Wanderkarten. Nicht enthalten sind die An- und Abreisekosten sowie Investitionen in Wanderwege.

Umgerechnet auf den einzelnen Wanderer gibt der Tagesausflügler im Schnitt etwa 16 Euro pro Tag aus - zum Beispiel für Verpflegung. Die Übernachtungsgäste zahlen etwa 22 Euro pro Person und Tag sowie im Schnitt weitere 35 Euro für die Übernachtung. Je nach Qualitätsstufe der Unterkunft kann dieser Wert aber auch deutlich höher liegen. Zwei Drittel der Wanderer nutzt das gastronomische Angebot der Region, jeder Dritte hat auch eigenen Proviant dabei.

Ein Milliarden-Markt ist zudem die Ausrüstung der Wanderer. «Im Grunde bedarf es nicht vieler Ausrüstungsgegenstände, um eine Wanderung durchführen zu können: Wanderschuhe, Wanderkarte und ein Rucksack stellen für viele Wanderer die Basisausrüstung dar», heißt es in der Studie. Immer mehr Bedeutung bekomme aber auch die Wander- Bekleidung, die inzwischen ein Lifestyle-Produkt geworden sei. So hätten auch drei Viertel der Nicht-Wanderer wetterfeste Jacken und jeder zweite verfüge über einen Tagesrucksack.

«Deutschland bietet den Wandertouristen aus dem In- und Ausland Qualität mit seinen abwechslungsreichen Küsten, großen Wäldern, reizvollen Mittelgebirgen und den Alpen», sagte Burgbacher weiter. Der Freizeittourismus habe unter der Wirtschaftskrise weniger gelitten als andere Bereiche und sei ein dynamischer Zweig der Dienstleistungswirtschaft. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, müsse aber ständig in Qualität und Qualifikation investiert werden. (dpa)

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