Verhärtete Fronten in Bremen

Warnstreik am Flughafen

Bremen. Die Auseinandersetzung um einen Tarifvertrag für die Beschäftigten eines Tochterunternehmens des Flughafens Bremen ist eskaliert: Für Mittwochmorgen hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Mitarbeiter der Bremen Airport Handling (BAH) zu einem mehrstündigen Warnstreik aufgerufen. Wie Betriebsrat und Verdi mitteilten, nahmen gut 50 Angestellte – und damit nahezu eine komplette Schicht – an dem Ausstand teil.
20.04.2017, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Warnstreik am Flughafen
Von Maren Beneke

Bremen. Die Auseinandersetzung um einen Tarifvertrag für die Beschäftigten eines Tochterunternehmens des Flughafens Bremen ist eskaliert: Für Mittwochmorgen hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Mitarbeiter der Bremen Airport Handling (BAH) zu einem mehrstündigen Warnstreik aufgerufen. Wie Betriebsrat und Verdi mitteilten, nahmen gut 50 Angestellte – und damit nahezu eine komplette Schicht – an dem Ausstand teil. In der Folge kam es bei einigen Flügen zu Verspätungen.

Der Flughafen Bremen reagierte scharf auf den Warnstreik. BAH-Geschäftsführer Dettmar Dencker bezeichnete den Ausstand als „unzulässig“. „In unseren Augen spielt Verdi ein böses Spiel mit unseren Mitarbeitern“, sagte er. „Die Kollegen werden nur unzureichend und meiner Meinung nach auch falsch über den Stand der Tarifverhandlungen informiert.“ Vera Visser, Verdi-Gewerkschaftssekretärin für den Bereich Verkehr, wies die Vorwürfe zurück: Es bestehe keine Friedenspflicht, weil es keinen gültigen Tarifvertrag für die Mitarbeiter gebe.

Der Streit schwelt seit dem vergangenen Jahr. Im Sommer hatte der Flughafen angekündigt etwa einhundert Angestellte an eine Tochtergesellschaft auslagern zu wollen. In einer Erklärung hieß es damals, diese Umstrukturierungen seien unumgänglich, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Konkret geht es um Mitarbeiter aus dem Bodenverkehrsdienst, der Fracht und der Abfertigung.

Seit Monaten verhandeln Verdi, Betriebsrat und Flughafen darüber, wie der Tarifvertrag für die BAH-Mitarbeiter ausgestaltet sein soll. „In den bisherigen Verhandlungen lagen die Vorstellungen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite so weit auseinander, dass eine Annäherung nicht erfolgte“, teilte Verdi mit. Die Gewerkschaft befürchtet eine Tarifflucht mit dem Ziel erheblicher Einsparungen im Personalbereich. Der Flughafen wiederum warf Verdi vor, die Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen monatelang verweigert zu haben. Mit dem Gebaren gefährde Verdi unter anderem die tarifliche Altersvorsorge.

Die Fronten scheinen verhärtet. Wegen entsprechender Fristen müssten alle Parteien nun zügig wieder an einen Verhandlungstisch zurückkehren. Um weiter Druck auf die Arbeitgeber auszuüben, schließt Verdi aber auch erneute Warnstreiks nicht aus.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+