Flughafen Hamburg Warnstreik sorgt für lange Schlangen

Reisende an den Flughäfen in Hamburg und Stuttgart brauchten am Freitag gute Nerven. Teile des Sicherheitspersonals streikten für höhere Löhne. Einzelne Flüge wurden gestrichen.
23.01.2015, 00:00
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Reisende an den Flughäfen in Hamburg und Stuttgart brauchten am Freitag gute Nerven. Teile des Sicherheitspersonals streikten für höhere Löhne. Einzelne Flüge wurden gestrichen.

Warnstreiks des Sicherheitspersonals an den Flughäfen in Stuttgart und Hamburg haben am Freitag für Gedränge und lange Warteschlangen gesorgt. Am Stuttgarter Flughafen waren bis 14.00 Uhr gut 60 Abflüge betroffen, sagte ein Sprecher. Flugausfälle und Verspätungen habe es aber nicht gegeben. 53 Abflüge standen in Hamburg während des Warnstreiks bis 16.00 Uhr auf dem Flugplan; vier davon wurden gestrichen. Die Wartezeit vor den Kontrollstellen betrug bis zu zwei Stunden.

Der Streik habe gut geklappt, sei aber zum Teil durch Streikbrecher und den Druck auf fest angestellte Vollzeit-Kräfte unterlaufen worden, sagte Verdi-Sekretär Peter Bremme.

Viele Reisende in Hamburg waren der Aufforderung des Flughafens gefolgt und hatten möglichst vor dem Streikbeginn eingecheckt. Auch in Stuttgart waren viele Passagiere früher gekommen. Dort waren nur die Sicherheitsschleusen an einem der vier Terminals geöffnet. Beim Warnstreik in der vergangenen Woche hätten aber mehr Menschen an den Terminals gewartet, sagte ein Verdi-Sprecher.

Hintergrund des Ausstands sind die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Sicherheitsgewerbe in mehreren Bundesländern. Neben Hamburg und Baden-Württemberg laufen aktuell auch Verhandlungen in Nordrhein-Westfalen. In Niedersachsen dringt Verdi noch auf Verhandlungen mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW).

Die Gewerkschaft fordert in allen Ländern mehr Geld, die Arbeitgeber lehnen das ab. Dabei geht es um die niedrigen Stundenlöhne für einfache Wachmänner. Aber auch die Sicherheitsleute an den Flughäfen sollen mehr Lohn bekommen.

Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, bezeichnete es als "völlig inakzeptabel und überzogen", dass ein Tarifkonflikt, der das gesamte Sicherheitsgewerbe betreffe, nur an den Flughäfen ausgetragen werde. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverband der Sicherheitswirtschaft, Harald Olschok, forderte den Gesetzgeber auf, für Streiks in der sogenannten Daseinsvorsorge verbindliche Streikregeln einzuführen. Dazu gehöre insbesondere ein Schlichtungsverfahren vor Streikbeginn.

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