Anfrage der FDP im Landtag

Niedersachsens Regierung hat noch keinen Plan vom Weltraumbahnhof in der Nordsee

Niedersachsens SPD/CDU-Koalition hat noch keine Projektvorschläge für einen Weltraumbahnhof in der Nordsee gesehen. Das teilte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) auf eine Anfrage der FDP mit.
15.09.2020, 21:34
Lesedauer: 1 Min
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Niedersachsens Regierung hat noch keinen Plan vom Weltraumbahnhof in der Nordsee
Von Peter Mlodoch
Niedersachsens Regierung hat noch keinen Plan vom Weltraumbahnhof in der Nordsee

So könnte ein Raketenstartplatz in der Nordsee aussehen.

NASA

Ein Weltraumbahnhof in der Nordsee ist für Niedersachsens SPD/CDU-Koalition offenbar weit entfernt. „Detaillierte Projektvorschläge sind der Landesregierung nicht bekannt“, teilte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) auf eine 20 Punkte umfassende Parlamentsanfrage der FDP-Fraktion mit. Daher könne man „die Idee eines Weltraumbahnhofs nicht abschließend bewerten“, heißt es in der Antwort, die dem WESER-­KURIER vorliegt. Entsprechend dünn fallen dann auch die Auskünfte zu möglichen Standorten und Arten von Abschussrampen für Mini-­Raketen zum Satelliten-Transport sowie zu den Marktchancen heimischer Unternehmen aus. Immerhin ringt sich die Regierung in Hannover einen Kommentar zu Bremens Wirtschaftssenatorin Kristian Vogt (Linke) ab, die das Projekt befürwortet. Man nehme deren Aussagen „wohlwollend zur Kenntnis, soweit sich die Senatorin eine Zusammenarbeit mit Niedersachsen vorstellen kann“.

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Mit dieser Weigerungshaltung verpasse man große Chancen für die heimische Weltraumbranche und ihre mutigen Start-up-Firmen, kritisiert FDP-Fraktionsvize Jörg Bode das Zaudern von Rot-Schwarz. „Die verpennen die ganze Sache.“ Der frühere Wirtschaftsminister drängt auf schnelle Entscheidungen. „Sonst steigt die US-Industrie ein und zieht uns das ganze Know-how ab.“ Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hatte einen eigenen Weltraumbahnhof ins Spiel gebracht und favorisiert dafür schwimmende Startplattformen auf See.

Auch Niedersachsens Grünen-Fraktion, die ebenfalls eine wenig aussagekräftige Antwort des Ministeriums erhalten hat, beklagt ein Wegducken – allerdings aus einem anderen Blickwinkel. „Raketenkrach und Treibstoffwolken dürften kaum mit dem Klima- und Umweltschutz vereinbar sein“, schimpft Wirtschaftsexperte Detlev Schulz-Hendel. Die vorgesehene Zone für den Weltraumbahnhof umfasse drei große sensible Naturschutzgebiete. „Insofern erwarten wir von der Landesregierung bei allen wirtschaftlichen Verlockungen eine Absage an die Pläne des BDI.“

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