Studie: Behindertenarbeit profitabel Werkstätten als Wirtschaftsfaktor

Nürnberg. Behindertenwerkstätten rechnen sich einer Studie zufolge auch wirtschaftlich. „100 Euro, die die Gesellschaft für die Werkstätten ausgibt, bringen 108 Euro Ertrag“, sagte Studienautor Bernd Halfar von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt am Donnerstag in Nürnberg.
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Werkstätten als Wirtschaftsfaktor
Von Nikolai Fritzsche

Behindertenwerkstätten rechnen sich einer Studie zufolge auch wirtschaftlich. „100 Euro, die die Gesellschaft für die Werkstätten ausgibt, bringen 108 Euro Ertrag“, sagte Studienautor Bernd Halfar von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt am Donnerstag in Nürnberg. Die Ausgaben der öffentlichen Hand schafften einen sozialen und wirtschaftlichen Mehrwert; die bundesweit 700 Werkstätten seien somit in ihren jeweiligen Regionen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Werkstätten und ihre Mitarbeiter führen Steuern und Sozialbeiträge ab, vermeiden an anderer Stelle Kosten für die öffentliche Hand und erzeugen direkte und nachgelagerte wirtschaftliche Effekte, lautet das Fazit der von der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Werkstätten für behinderte Menschen in Auftrag gegebenen Studie. Konkret: „Werkstätten verschaffen der öffentlichen Hand pro Jahr Einnahmen und Einsparungen in Höhe von etwa 6 Milliarden Euro im Vergleich zu Investitionen in Höhe von 5,6 Milliarden Euro.“

Nach Angaben der BAG sind in den Werkstätten 286 000 Menschen mit Behinderung sowie 76 000 betreuende und verwaltende Mitarbeiter beschäftigt. Für die Studie wurde untersucht, wie viel Geld in Form von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern an die öffentliche Hand zurückfließt und wie viel eingespart wird, weil die Betroffenen einen Teil ihres Lebensunterhaltes selbst erwirtschaften und nicht von anderen – etwa von Familienmitgliedern, die dann nicht arbeiten könnten – betreut werden müssen. Darüber hinaus wurden die wirtschaftlichen Effekte betrachtet, die dadurch entstehen, dass Werkstätten Aufträge an Land ziehen und ebenso wie ihre Beschäftigten Güter und Dienstleistungen benötigen.

Der Geschäftsführer der Werkstatt Bremen, Wilfried Hautop, ist froh, dass nun wissenschaftlich erhobene Zahlen belegen: „Werkstätten sind nicht nur ein Sozialhilfekostenfaktor, sondern über das Soziale hinaus eben auch ein Wirtschaftsfaktor. Das liefert der Sozialsenatorin gerade in Zeiten, wo Bremen wie viele andere Städte sparen muss, eine bessere Argumentationsgrundlage gegenüber dem Finanzressort.“ Seine Mitstreiter und er seien jetzt nicht mehr nur „die Gutmenschen“, sagte Hautop, der dem Vorstand der BAG angehört.

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