SPD-Bundestagsabgeordnete Yasmin Fahimi soll DGB-Chefin werden

Erstmals soll eine Frau an der Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes stehen. Der bisherige Vorsitzende scheidet aus Altersgründen aus.
26.01.2022, 11:26
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Berlin (dpa) - Die SPD-Politikerin Yasmin Fahimi soll Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) werden. Das teilte der DGB-Bundesvorstand am Mittwoch in Berlin mit.

Mit der 54-jährigen SPD-Bundestagsabgeordneten und früheren Generalsekretärin ihrer Partei würde erstmals eine Frau den Gewerkschaftsbund führen. Der bisherige DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann scheidet aus Altersgründen aus dem Amt aus. Fahimi war lange Jahre Gewerkschaftssekretärin bei der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Zuvor hatte das Nachrichtenportal „ThePioneer“ darüber berichtet.

Fahimi zeigte sich „überwältigt von der einstimmigen Nominierung des DGB-Bundesvorstandes“. Sie sei der Gewerkschaftsbewegung seit jeher tief verbunden, ließ sie wissen. Der DGB könne als Gemeinschaft wichtige Orientierung geben, „um unsere Gesellschaft zusammenzuhalten“, heißt es in einer Stellungnahme Fahimis. Die 20er Jahre werden nach ihrer Ansicht „im Zeichen der Transformation stehen und damit auch für lange Zeit die Beschäftigungsperspektiven und Arbeitsbedingungen von allen Erwerbstätigen bestimmen“.

Sicherheit der Beschäftigten

Gewählt wird im Mai beim DGB-Bundeskongress. Elke Hannack wurde laut DGB in ihrer Position als stellvertretende Vorsitzende erneut nominiert. Anja Piel und Stefan Körzell wurden als Mitglieder im geschäftsführenden Bundesvorstand den Angaben zufolge ebenfalls für eine weitere Amtszeit nominiert.

Wie es weiter hieß, könne eine sozial-ökologische Transformation nur dann gelingen, wenn die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gestärkt und die Sicherheit der Beschäftigten gewährleistet werden. „Die DGB-Gewerkschaften sehen sich als zentrale Kraft in der Gestaltung der Transformation. Mit Yasmin Fahimi gewinnen wir eine ausgesprochene Arbeitsmarkt- und Ausbildungsexpertin, die über langjährige Erfahrungen in den Gewerkschaften verfügt.“

Fahimi war von 2000 bis 2013 Gewerkschaftssekretärin der IG BCE, zunächst in der Jugendarbeit, zuletzt als Leiterin der Grundsatzabteilung. Sie war zudem beamtete Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), bevor sie im Oktober 2017 als direkt gewähltes Mitglied in den Deutschen Bundestag einzog.

„Gewerkschafterin mit Herz“

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann lobte Fahimi als „eine außerordentlich erfahrene, in den Belangen der Arbeitswelt sehr versierte und gut vernetzte Expertin“. Der Industriestandort Deutschland sei in einer entscheidenden Umbruchphase. Fahimi bringe als langjährige Industriegewerkschafterin die Kompetenzen mit, die dringend gebraucht würden. Hofmann nannte es einen wichtigen Schritt für den Dachverband der Gewerkschaften, dass bei einer Wahl Fahimis erstmals eine Frau an der Spitze des DGB stehe.

Fahimis früherer Arbeitgeber IGBCE betonte: „Yasmin Fahimi ist eine Gewerkschafterin mit Herz, Verstand und großer Erfahrung. Sie sei „eine aktive Gestalterin und Reformerin“ und „für den DGB-Vorsitz die richtige Kandidatin zur richtigen Zeit“.

© dpa-infocom, dpa:220126-99-855957/4

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