Abfall Zeitung: Duales System steht zum Verkauf

Köln. Das Duale System Deutschland (DSD) mit seinem Markenzeichen Grüner Punkt steht nach einem Zeitungsbericht zum Verkauf. Der Ex-Monopolist suche in der Entsorgungsbranche und unter Finanzinvestoren einen Käufer, schrieb die «Frankfurter Allgemeine Zeitung».
29.10.2010, 12:40
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Köln. Das Duale System Deutschland (DSD) mit seinem Markenzeichen Grüner Punkt steht nach einem Zeitungsbericht zum Verkauf. Der Ex-Monopolist suche in der Entsorgungsbranche und unter Finanzinvestoren einen Käufer, schrieb die «Frankfurter Allgemeine Zeitung».

DSD-Unternehmenssprecher Klaus Hillebrand sagte dazu am Freitag in Köln zwar lediglich: «Dazu geben wir keinen Kommentar». Allerdings hatte die amerikanische Beteiligungsgesellschaft KKR (Kohlberg Kravis Roberts) beim Kauf von DSD im Jahr 2004 bereits angekündigt, das Unternehmen nur fünf bis sieben Jahre zu halten.

Das Duale System Deutschland war vor 20 Jahren gegründet worden, um der wachsenden Müllberge durch Recycling Herr zu werden. Seitdem organisiert die GmbH die Wiederverwertung von Verpackungsmüll - wie Joghurtbecher, Kartons oder Konservendosen - und kassiert dafür Gebühren von den Unternehmen, die die Verpackungen in den Handel bringen.

Hillebrand sagte, DSD sei Marktführer und gut aufgestellt, unabhängig von den Eigentümer-Strukturen. Das Unternehmen habe den Übergang vom Monopol in den Wettbewerb erfolgreich gemeistert und stehe gut da. Zahlen zu Umsatz und Gewinn gibt das DSD nicht.

Dem FAZ-Bericht zufolge konzentriert sich das Bieter-Rennen auf nur noch wenige Interessenten. Sita Deutschland sei ein «vielversprechender Kandidat». Hinter dem Unternehmen stehe der finanzstarke französische Sita-Konzern, der mit einem DSD-Kauf einen kräftigen Sprung nach vorne auf dem deutschen Markt machen würde.

Der Wettbewerb um die Entsorgung und Verwertung gebrauchter Verpackungen ist schärfer geworden. Bundesweit tummeln sich neben dem DSD inzwischen weitere acht Unternehmen wie Interseroh oder Remondis auf diesem Markt. Hillebrand betonte, DSD sei aber nach wie vor die Nummer eins - mit einem Marktanteil von «gut über 50 Prozent».

Den Betreibern des Dualen Systems müssen die Firmen, die Verpackungen in den Handel bringen, Lizenzentgelte für die erwartete Müllmenge bezahlen. Die Dualen Systeme sorgen dann dafür, dass die vereinbarten Mengen aus dem Verkehr gezogen und wiederverwertet werden. Die Betreiber nutzen dabei die Sammelsysteme Gelbe Tonne, Gelber Sack, Altglascontainer und Altpapiersammlung. (dpa)

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